Corona-Epidemie

Migrantenschiffe ›Alan Kurdi‹ und ›Aita Mari‹ in Italien festgesetzt

Die italienischen Behörden haben zwei sogenannte Rettungsschiffe festgesetzt. Grund sind technische Unzulänglichkeiten.

Weil die Hafenbehörden in Palermo »technische und normative Irregularitäten« an einem Migrantenschiff festgestellt haben, wurde die unter spanischer Flagge fahrende ›Aita Mari‹ in Palermo festgesetzt. Der 32 m lange und 7 m breite Fischkutter dient der Aufnahme von Personen, die sich im Mittelmeer in Seenot gebracht haben oder in Seenot befinden. Die Küstenwache teilte mit, Sicherheit der Crew und anderer an Bord befindlicher Personen sei nicht gewährleistet. Ferner habe das Schiff Umweltauflagen nicht erfüllt.

Auch das deutsche Migrantenschiff »Alan Kurdi« wurde in Palermo vor über drei Tagen festgesetzt. Auch hier hatten die Behörden nach eigenen Worten »mehrere Unregelmäßigkeiten« festgestellt; es ist sowohl die Versorgung von Besatzung und Passagieren als auch die Entsorgung des Abfalls vom Schiff mangelhaft. Das 39 m lange und 7 m breite, fast 70 Jahre alte Schiff wurde in den letzten Monaten wiederholt überprüft. Die Kontrolleure bezweifeln, ob das Schiff überhaupt zur Seenotrettung geeignet ist.

Die zur Hilfsindustrie gerechnete Organisation ›Sea-Eye‹ erklärte, die Festsetzung der ›Alan Kurdi‹ sei »reine Schikane, um die zivile Seenotrettung stückweise zum Erliegen zu bringen«. Zugleich behauptete ihr Sprecher Gorden Isler, bei den beanstandeten Mängeln, die es also offenbar gibt, handele es sich um »technisch lösbare Aufgaben«. Im Mai sei allerdings kein weiterer Einsatz möglich.

Sven von Storch

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