Weltklimarat: Wir sollen Essgewohnheiten ändern

Lügen mit Statistik_ IPCC-Sonderbericht zu Klimawandel und Landsysteme

Der Weltklimarat fordert, dass die Menschheit Essgewohnheiten und Landwirtschaft umstellt. Sinnvoller wäre es, wenn die Mainstream-Medien ihre Denkgewohnheiten ändern.

Der Weltklimarat fordert in einem Sonderbericht, dass die Menschen ihre Essgewohnheiten und ihre Landwirtschaft umstellen. Nur so sei die Erwärmung der Erde noch aufzuhalten.

Der Weltklimarat entwickelt sich zu einer Art Politbüro der UNO. Dort werden wichtige Entscheidungen vorbereitet, die das Leben der Menschen weltweit betreffen. Und alle vom Klima reden, werden dort Weichen für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft gestellt.

Jetzt hat der Weltklimarat einen Sonderbericht abgeliefert, bei dem es buchstäblich ums Eingemachte geht, nämlich um unser Essen. Er empfiehlt: Weniger Fleisch. Mehr Gemüse. Kurz: Ernährt euch wie Greta. Werdet Veganer.

Bevor nun alle sich auf eine Überfahrt nach Amerika mit einer Segelyacht freuen, sollten sie sich nicht nur den Bericht, wie er in den deutschen Medien kolportiert wird, durchlesen, sondern auch einen Blick auf den Ursprungstext werfen. Der Vergleich ist eine Freude für jeden Kritiker des Klimawahns.

In der FAZ heißt es zum Beispiel: "Würde sich die Weltbevölkerung stärker von pflanzlichen und nachhaltig produzierten tierischen Lebensmitteln ernähren, könnten bis 2050 mehrere Millionen Quadratkilometer Land renaturiert werden, heißt es in dem Bericht. Der jährliche Kohlendioxid-Ausstoß könnte damit um 0,7 bis acht Gigatonnen sinken."

In dem Bericht heißt es zwar ebenfalls: "Das gesamte technische Minderungspotenzial von Änderungen der Ernährungsweisen wird auf 0,7–8,0 Gigatonnen CO2 pro Jahr bis2050 beziffert." Aber dann folgt in Klammern und kursiv: mittleres Vertrauen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit für diesen Bereich von Werten gemeint. Und die liegt bei 66 bis 90 Prozent. Ab 90 Prozent wird von sehr wahrscheinlich geredet.

Dass in beiden Berichten 66 - 100 Prozent steht, ist mit geringer Wahrscheinlichkeit nur ein Flüchtigkeitsfehler. 66 - 100 Prozent Sicherheit hört sich sicherer an als 66 - 90 Prozent. Aber dass die Wahrscheinlichkeit schlicht nicht erwähnt wird und das in einem Blatt, das sich gerne zu den Qualitätsmedien zählt, zeigt die Dürftigkeit der Informationen. Korrekt muss es heißen:

Würde sich die Weltbevölkerung stärker von pflanzlichen und nachhaltig produzierten tierischen Lebensmitteln ernähren, könnte mit einer Wahrscheinlichkeit zwischen 66 und 90 Prozent der Ausstoß um 0,7 bis acht Gigatonnen sinken. Ausdrücklich könnte!

Auf der gleichen Linie medialen Unsinns liegt dann auch der Hinweis der FAZ auf eine Meldung Klimawandeldienstes Copernicus, "dass der Juli 2019 global gesehen der heißeste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880 war". Das kann ja sein. Nur hat das eben nichts mit Klima zu tun, sondern allein mit dem Wetter.

Bei kalten Monaten, wie dem vergangenen Mai, wird darauf in den Medien, völlig zu recht, sofort verwiesen. Aber bei heißen Monaten misst man anderen Maßen.

Das und die Ignoranz gegenüber stochastischen Werten steht den Mainstreammedien schlecht. Es wird Zeit, dass sie ihre Denkgewohnheiten endlich ändern.

Sven von Storch

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