Studie einer Fachhochschule zu Berichten über Gewalttaten

Lügen mit Statistik_ Ausländeranteil an Straftaten wird kleingeredet

Eine Studie zur medialen Behandlung von Gewalttaten behauptet, Ausländer würden überrepräsentiert. Das Gegenteil ist wahr.

Eine Studie der Hamburger Hochschule Macromedia, ehemals Fachhochschule, versucht nachzuweisen, dass deutsche Medien ein verzerrtes Bild der Gewaltkriminalität von Ausländern zeichnen. Dazu haben sie über längere Zeit Fernsehn geschaut und Zeitung gelesen. Darüber geraten die Fachleute unter Professor Hestermann jedoch in die Tiefen und Untiefen der Statistik und liefern einmal mehr ein Lehrstück zum Thema: Lügen mit Statistik.

Zunächst eine gute Nachricht: Die Studie kommt zu dem Befund, dass mittlerweile in knapp über 30 Prozent der Fersehberichte die Herkunft der Täter genannt wird; 2017 waren es lediglich 18 Prozent. Doch schon beim nächsten Befund geraten die Forscher auf die schiefe Bahn, wenn es heißt: »Die Herkunft wird meist nur dann erwähnt, wenn die Tatverdächtigen Ausländer sind.« Nun, Werte Professoren, da wir in Deutschland leben, wird ein Täter, der ungenannt bleibt, wohl als Deutscher gezählt.

Der Wert der Studie ist schon an dieser Stelle gleich Null – sie gehört in die Tonne. Denn tatsächlich ist die Zahl der Taten, in denen der Täter als Deutscher gilt, deutlich höher, als von den Fachhochschulforschern behauptet, sobald man alle Täter mit ungenannter Herkunft als deutsch zählt.

Aber selbst, wenn man die verzerrten Zahlen der Studie zu Grunde legt, wird es nicht wesentlich besser. Unter den 18 Prozent Berichten, in denen 2017 der Täter genannt wird, wurden Ausländer 25 häufiger als Täter genannt als Deutsche. Das stellt die Studie beinahe empört der Polizeistatistik gegenüber, die nur halb soviele Ausländer wie Deutsche zählt und dabei suggeriert, eigentlich wären Deutsche doppelt so häufig die Täter.

Nun weiß heute praktisch jeder Zeitungsleser, dass solche Vergleiche nur mit den Anteilen durchgeführt werden dürfen. Legt man aber das Verhältnis in der Gesamtbevölkerung zu Grunde, dann sind schon 2017 Ausänder als Täter deutlich präsenter: Bei 10 Prozent Anteilen an der Bevölkerung stellen sie 30 Prozent aller Täter. Statistisch gesprochen: Ausländer sind dreimal eher gewalttätig geworden als Deutsche. Eine objetive Berichterstattung würde Ausländer dreimal häufiger nennen – was sie natürlich nicht einmal in Ansätzen tut.

Hat Professort Hestermann von diesen elementaren Regeln der Statistik vielleicht noch nichts gehört ? Schließlich hat er in Journalismus gemacht, bevor er zur Hochschule ging.

Keine Sorge, Herr Hestermann weiß was er tut. Seine »25 Mal häufiger« kommen auf geradezu perfide Weise zu Stande. Zunächst heißt es in der Studie noch: »Von den 324 erwähnten Tatverdächtigen wurden 5 als explizit deutsch beschrieben (1,5 Prozent) und 53 als explizit nichtdeutsch (16,4 Prozent).« Das ergibt allerdings nur etwa 10 Mal so viel – und nicht 25. Doch nach dem Hinweis auf den doppelt so hohen Anteil der Deutschen im Polizeibericht heißt es wörtlich: »Damit werden ausländische Tatverdächtige 2017 in Fernsehberichten 25 Mal so häufig erwähnt, wie es ihrem statistischen Anteil entspricht.«

Wie also kommt der Professor auf das »25 Mal so häufig« ? – Man kann es kaum glauben. Aber er hat – offenbar hat er in Statistik sehr gut aufgepasst – plötzlich mit den Anteilen aus dem Polizeibericht des Jahres 2017 weitergerechnet. Das verdient einen Preis in der Rubrik Lügen mit Statistik, Herr Hestermann!

Für das Jahr 2019 wiederholt der Professor seine Lügerei mit Statistik. Aus der Steigerung der Anteile von in Fernsehberichten genannter Täterherkunft von 17,9 auf 31,4 Prozent macht er ein »fast verdoppelt«, unterschlägt, dass seine Studenten die Zahl der untersuchten Berichte halbierten und resümiert schließlich: »Damit werden ausländische Tatverdächtige 2019 in Fernsehberichten 19 Mal so häufig erwähnt, wie es ihrem statistischen Anteil entspricht.« Und da 19 Mal so häufig weniger als 25 Mal so häufig sind, fügt Professor Hestermann schnell noch die entsprechenden Werte des Jahres 2019 für die Zeitungen an: Die liegen bei »32 Mal so häufig«. Die entsprechenden Werte für 2017 sucht der Leser vergeblich.

Tatsächlich sind die ausländischen Täter in den Berichten unterrepräsentiert. Im Jahr 2017 wurden sie in 16,4 Prozent der Berichte erwähnt, stellten aber über 30 Prozent aller Täter. Im Jahr 2019 hat sich diese Zahl leicht verbesser, weil der Druck der Bevölkerung die Medien zwang, die Herkunft der Täter endlich zu nennen. Und genau diese Nennung will Professor Hestermann in Zukunft wieder verhindern.

Sven von Storch

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