Der Landkreis Leer in nordwestlichen Niedersachsen hat Impfung mit dem AstraZeneca-Vakzin zeitweise gestoppt. Vorausgegangen waren gehäufte Krankmeldungen von Mitarbeitern des Klinikums Emden, die zuvor mit dem AstraZeneca-Vakzin geimpft worden waren. Die Nebenwirkungen waren so stark, dass sie nicht zur Arbeit erscheinen konnten.
Ein Behördenvertreter erklärte, der Stopp wäre verhängt worden, da die Impfdosen »vermutlich aus der gleichen Charge wie in Emden« stammen. Erst am Dienstagabend wurde der Stopp wieder aufgehoben.
In einer Klinik in Braunschweig meldeten sich 37 von 88 Beschäftigten krank, nachdem sie vergangene Woche geimpft worden waren. Daher zogen die Verantwortlichen auch dort die Notbremse und stoppten die Impfungen. Der weitere Betrieb des Krankenhauses drohte, eingestellt werden zu müssen.
Aus dem Rober-Koch-Institut hieß es, Reaktionen könnten bei allen Impfstoffen auftreten – eine nicht ganz neue Erkenntnis. Der Leiter des Krisenstabs des Landes Niedersachsen, Heiger Scholz, zeigte sich dennoch überrascht angesichts der Häufigkeit. Wahlweise wurde als Grund ein sogenanntes Chargenproblem genannt oder aus der Not eine Tugend gemacht, indem man erklärte, die Nebenwirkungen zeigten schließlich, dass er Impfstoff wirke. Andere würden wohl eher von Zynismus sprechen.
Das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut hielt sich bedeckt. Eine Sprecherin sagte, ein Urteil sei noch nicht möglich. Der Hersteller Astrazeneca selber beruhigte: »Derzeit sind die gemeldeten Reaktionen so, wie wir sie aufgrund der Erkenntnisse aus unserem klinischen Studienprogramm erwarten würden«.


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