Der ehemalige Chef des Verfassungsschutzes und jetzige CDU-Politiker Hans-Georg-Maaßen hat in einem Tweet darauf hingewiesen, dass der volle Name der grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock: Annalena Charlotte Alma Baerbock eine Anspielung sein könnte an die Abkürzung ACAB – »All Cops Are Bastards«. Ein in der rechts- und linksradikalen Szene verwendete Chiffre, um ungestraft Polizisten beleidigen zu können.
Natürlich könnte die Buchstabenfolge auch Zufall sein.
Jedenfalls ist der Mainstream empört. In der »Berliner Runde« zur Bundestagswahl hatte Katrin-Göring Eckhardt auf den Tweet von Maaßen verwiesen und ihn als Beispiel dafür genannt, wie im Bundestagswahlkampf »auf die einzige Frau im Rennen gerade draufgehauen wird« – ein nach 16 Jahren weiblicher Kanzlerschaft reichlich fader Hinweis von einer Politikerin, die auch ohne Akronym mit ihrem Namen ein Zeichen setzt.
Prompt sprang CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak über das Stöckchen und erklärte: »Dieser Tweet ist unmöglich, unsäglich.« Er betonte: »Das ist auch nicht unser Niveau, nicht mein Niveau.«
Vielleicht ist es ja nicht das Niveau der Union – aber für ihre aktuellen Koalitionspartner gehört dieses Spiel mit Abkürzungen zum Alltagsgeschäft. Hat ein AfD-Antrag, wie im Berliner Landesparlament geschehen, 88 Seiten, machen die Grünen daraus eine Anspielung auf den 8.Buchstaben im Alphabet bzw. »HH« – ein Kürzel für Adolf Hitler, das von Rechtsradikalen gerne benutzt wird – und verweigern die Beratung. Ähnlich auch im Bayerischen Landtag.
Und Annalena Charlotte Alma Baerbock – Zufall oder Chiffre ? – Zeitlich ist es möglich, dass die Eltern der Grünen-Chefin sie deshalb so nannten. Die Abkürzung »ACAB« ist seit den Siebziger Jahren im Umlauf. Letztlich lässt sich das aber wohl nicht entscheiden. Im Lebenslauf von Frau Baerbock steht, zumindest aktuell, jedenfalls nichts.


Add new comment