Schon die Ankündigung hatte für heftige Unruhe im Mainstream gesorgt: Die CDU-Bezirke Südthüringen wollen den ehemaligen, von Merkel entlassenen Chef des Verfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen zu ihrem Direktkandidaten für den Bundestag wählen. Am Freitag ist die Bombe geplatzt: Maaßen wurde gewählt.
37 von 43 abgegebenen Stimmen fielen am Vortag zum 1. Mai auf den 58-jährige – mehr als Frau Merkel in den meisten Bezirken Ostdeutschlands vermutlich für sich buchen könnte. Ein deutlicher Sieg für den an der Basis beliebten Kandidaten.
Doch nicht nur der Mainstream ist am Morgen nach dem Wahltag in heller Aufregung. Als erstes twitterte ein CDU-Mitglied aus NRW: »Ihr habt echt den Knall nicht gehört!« Eine bemerkenswert deutliche Formulierung, wenn man weiß, wer das schrieb: Serap Güler. Sie ist nicht nur Staatssekretärin für Integration in Nordrhein-Westfalen und Vertraute von Ministerpräsident und Kanzlerkandidat Armin Laschet. Sie pflegt laut Tichys Einblick, Welt und FAZ auch enge Verbindungen zu den rassistischen Grauen Wölfen und islamistischen Organisationen pflegen. Da wirkt der Verdacht, einer CDU-Freundin einen lukrativen Auftrag durch ihr Ministerium verschafft zu haben, wie eine Lappalie.
So oder so. Ihr »Knall«-Tweet klingt wie eine Drohung aus dem Reich Erdogans. Meint Güler nicht vielleicht doch eher Schuss ? Und wie zur Bestätigung wurde Ticky-Einblick gedroht, falls weiter über Gülers politische Aktivitäten berichtet würde.
Bemerkenswert auch: Serap Güler will ebenfalls über ein Direktkandidatur in den Bundestag einziehen. Doch anders als bei Maaßen findet ihre Kandidatur an der Basis der CDU keine Mehrheit. Mehr noch: Güler hat in der Vergangenheit bereits zwei Wahlkreise für die Kölner CDU verloren: 2012 und 2017.
Eine Karriere-Türkin, die im Verdacht steht, Kontakte zu Grauen Wölfen und islamistischen Kreisen zu pflegen – eine solche Frau hat der CDU-Thüringen nicht zu sagen, was Demokratie ist. »Wie kann man so irre sein und die christdemokratischen Werte mal eben über Bord schmeißen?«, schreibt sie. Die ostdeutschen Christdemokraten dürften laut lachen.
Sie stehen für eine CDU, die Hans-Georg Maaßen unterstützt. Da mögen Merkel und Laschet sich echauffieren – an Maaßen kommen sie nicht mehr vorbei. Und bevor die CDU nun überlegt, was gegen Maaßen gemacht werden könnte, sollte die Partei in Anlehnung an ihre schon bald frühere Kanzlerin überlegen, wie sie die Wahl von Armin Laschet rückgängig macht. Denn der ist nun wirklich nur eine weitere Mutante von Angela Merkel.


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