Vor zwei Wochen stieg nach dem Ende des moslemischen Ramadan und nach zahlreichen Familienfeiern die Zahl der Infizierten in einem Wohnblock in Göttingen. Der Wohnblock mit ca. 700 Bewohnern wurde nach diesem erneuten Ausbruch von Corona unter Quarantäne gestellt, der Komplex eingezäunt.
Am Samstag sollten die Personen, die vor zwei Wochen negativ getestet worden waren, erneut getestet werden. Am Donnerstag hatte sich gezeigt, dass wenigstens 120 Personen, das sind 17 Prozent aller Bewohner, infiziert sind. Statt sich testen zu lassen, versuchten die Bewohner, über die Zäune zu klettern.
Als die um Amtshilfe gebetene Polizei anrückte, wurden die Beamten aus den Fenstern des mittlerweile als ›Corona-Hochhaus‹ bezeichneten Gebäudes mit Gegenständen beworfen. »Die Beamten wurden beleidigt und beschimpft, mit Flaschen, Steinen, Metallstangen, Holzlatten, Haushaltsgegenständen und Pyrotechnik beworfen«, sagte Göttingens Polizeipräsident Uwe Lührig. Mehrere Beamten wurden verletzt; einige davon sind dienstunfähig, berichtet Focus.
Über die Hintergründe der Angriffe auf die Beamten rätseln die Verantwortlichen – was seltsam klingt. Denn in unmittelbarer Nähe zu dem Corona-Hochhaus fand zeitgleich eine Demonstration der Gruppe »Basisdemokratische Linke« gegen zu hohe Mieten statt. Diese Demonstration war ursprünglich für den Wilhelmsplatz in der Innenstadt angemeldet worden und wurde von den Veranstaltern kurzfristig und mit Zustimmung der Behörden in die Nähe des Corona-Wohnhauses verlegt. Aus dem Demonstrationszug wurden die Bewohner, laut HNA, dem Presseportal der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen, immer wieder aufgefordert, das Haus zu verlassen.
Der Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler betonte: 500 der etwas 700 Bewohner hätten sich ruhig verhalten. Offenbar hält es der Sozialdemokrat für eine beruhigende Nachricht, wenn lediglich 30 Prozent der Bewohner Polizisten mit Gegenständen bewerfen und versuchen, durch Verlassen eines Hauses die Gesundheit aller Bewohner Göttingen zu gefährden.


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