Nach Tagen mit zum Teil heftigen Auseinandersetzungen gießt der türkische Präsident Erdogan Öl ins Feuer. Über Twitter rief der türkische Despot am Samstag auf Arabisch dazu auf, die Al-Aqsa-Moschee zu befreien. Auf türkisch lud er »die ganze Welt, aber speziell die islamischen Länder ein, effektiv gegen Israels Angriffe auf die Al-Aqsa-Moschee und Jerusalem vorzugehen.« Auf hebräisch ergänzte er, dass er die »abscheulichen Angriffe« verurteile und an der Seite seiner palästinensischen Brüder stehe.
Hintergrund sind die von Arabern aus dem Westjordanland und Ostjerusalem seit Wochen initiierten schweren Auseinandersetzungen am Tempelberg – einem für Christen, Juden und Moslems gleichermaßen heiligen Ort. Arabische Terroristen und gewalttätige Demonstranten halten den Tempelberg seit den frühen Morgenstunden besetzt, berichtet die Jerusalem Post.
Interessant an Erdogans Aufruf ist dabei nicht nur die hemmungslose Doppelmoral Erdogans. Türkische Polizei und faschistische Kampfverbände wie die Grauen Wölfe attackieren immer wieder politische Gegner Erdogans und die Türkei hält seit Jahrzehnten kurdische Gebiete und seit längeren syrische Gebiete besetzt. Ferner ließ Erdogan erst vor kurzem die Hagia Sophia, eine von Moslems zur Moschee degradierte Kirche wieder für moslemische Gebete öffnen. Erdogan ist also der Letzte, der sich über das Vorgehen der Israelischen Polizei beschweren darf.
Ebenso interessant ist, dass es die Zensurbehörden bei Twitter offenbar nicht einen Augenblick stört, dass ihre Plattform für Aufrufe zu Gewalttätigkeiten missbraucht wird – in diesem Fall sogar zu einem Aufruf zum Krieg.


Add new comment