»Trans*Mann und schwanger: Kai hat sein Kind selbst bekommen«

Dossier Ideologie statt Biologie im ÖRR

Wie aus einem Horrorkabinett lesen sich die Analysen der Beiträge von verschiedenen Formaten öffentlich-rechtlicher Sender.

Es gehört zum guten Ton der Regierenden, über die öffentlich-rechtlichen Medien Kritiker der Corona-Maßnahmen als ›Aluhüte‹ zu diffamieren. Sie würden Fake-News verbreiten, heißt es. Dabei sind es gerade die Zwangsgeldsender ARD und ZDF, die rund um die Uhr Fake-News verbreiten. Das belegt ein auf Initiative von über 150 veröffentlichtes Dossier, für das eine Vielzahl von Sendungen und Beiträge der besagten Rundfunkanstalten analysiert worden sind.

Die meisten analysierten Sendungen haben eines gemeinsam: Sie bestreiten die »wissenschaftliche Erkenntnis« einer »Zweigeschlechtlichkeit« und ersetzen sie durch eine »undefinierte« und »unbelegte Idee eines Geschlechterspektrums«. Und sie wenden sich an Kinder und Jugendliche. Womit nach Aussage der Autoren nicht nur der Tatbestand der Verbreitung falscher Nachrichten erfüllt ist, sondern zusätzlich ein Publikum indoktriniert wird, das eher bereit ist, den Inhalt von Sendungen und Beiträgen für bare Münze zu nehmen.

Auf rund 50 Seiten wird ein ganzes Spektrum von Sendungen verschiedener öffentlich-rechtlicher Sender z.T. akribisch analysiert. Mit dabei so bekannte Formate wie »Die Sendung mit der Maus« und von der ARD über das ZDF und arte bis 3sat alles, was in Deutschland am Tropf der Zwangsgelder hängt und ohne sie abgehängt wäre.

Dabei bleiben die Wissenschaftler bemerkenswert sachlich, auch wenn einige Sendungen schlicht und ergreifend peinlich berühren. Ein Beispiel: Als Motto steht über dem ganzen Dossier ein Zitat: »Fakt 10: Es gibt kein richtig und kein falsch. Alles ist richtig«. Es stammt vom 1.Dezember 2020 und wurde über das Format ›Auf Klo‹ als ein Fakt von elf Fakten verbreitet.

Die anderen als Fakten gesendeten Sätze lauten: »Fakt 6: Geschlecht kann sich mit der Zeit verändern.« – Was offenbar falsch ist. »Menschen sind keine Clownfische«, kommentieren die Wissenschaftler den Unsinn. Unter Fakt 7 heißt es: »Es gibt mehr als zwei Geschlechter.« Auch das ist schlicht falsch. Nach Fakt 10 wird als Fakt 11 »Pronomen« ergänzt – was sicher kein Fakt ist, sondern schlicht ein sprachliches Symbol.

Und so geht es weiter. Beim Lesen schwankt man zwischen dem Ärger darüber, diesen Blödsinn zwangweise zu finanzieren und der Langeweile, ob der ständigen Wiederholungen des gleichen Unsinns, der in immer neuen Schleifen verbreitet: Es gibt kein Geschlecht.

Am 25. August 2021 wurden diese Fake-News durch einen Beitrag bei ›reporter‹ getoppt. Das Format richtet sich an 20 bis 24-Jährige, die sich als »mutig, unideologisch und ergebnisoffen« verstehen. Die Beiträge sind laut Dossier auf YouTube problemlos abrufbar und tragen Titel wie »Cruising: Freiheit durch Sex mit Fremden?« und »Ich verkaufe getragene Unterwäsche« . Am besagten 21. August erscheint »Trans*Mann und schwanger: Kai hat sein Kind selbst bekommen«. »Ich treffe einen Mann, der schwanger war«, sagt die Sprecherin laut Dossier. Was ganz offensichtlich unmöglich ist. Einmale mehr werden Fake-News verbreitet.

Doch während jeder andere in diesem Land, der ähnlichen Unfug etwa über das Corona-Virus verbreitet, durchaus den Staatsanwalt fürchten muss, kassieren die Macher von ›reporter‹ weiter ihre Gehälter und kein regierungsamtlicher Fakten-Checker echauffiert sich.

Im Gegenteil: FDP und Grüne wollen solche Falschdarstellungen per Gesetz Recht werden lassen. Danach wäre es Jugendlichen auch gegen den Willen der Eltern möglich, ihr Geschlechtsorgane entfernen oder verändern zu lassen. Die Zwangsgeldsender flankieren durch Beiträge wie »Trans*: Die geschlechtsangleichende Operation - Wie ist es trans* zu sein? Folge 5« die Absichten der beiden Regierungsparteien.

Zu den Fake-News kommt ein Aspekt, der in allen Debatten selten im Vordergrund steht: Die absolute Schamlosigkeit vieler Formate und Beiträge. Schon Titel wie ›Auf Klo‹ machen das deutlich. Sendungen unter dem Titel »Wie ist das Pornos zu drehen?« beim Format ›Funk‹, das sich an 14- bis 29-Jährige wendet, sind bei YouTube für jeden abrufbar. Wer davon genug hat, kann sich von Titeln wie »Wie ist es, vom Opa vergewaltigt zu werden« unterhalten lassen. Alternativ steht »Wie ist das, Prostituierte zu sein« beim ZDF online. Wie gesagt: Alles ab 14! Und alles finanziert aus den Zwangsgeldern der Runsfunkanstalten.

Mit solchen Sendungen, so die sieben Autoren des Dossiers, verstoßen die Verantwortlichen der Sendeanstalten gegen die eigenen, grundlegenden Richtlinien, wie sie im Medienstaatsvertrag festgelegt sind. Dort heißt es, dass die Programme die Würde des einzelnen Menschen und die sittlichen Überzeugungen der Bevölkerung zu achten haben. In so ziemlich keiner der analysierten Beiträge ist diese Voraussetzung gewahrt.

Sven von Storch

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