Digital-Tycoon betreibt Politik

Bill Gates lobt Merkel

Mit deutlichen Worten hat Bill Gates in einem Interview US-Präsident Trump kritisiert. Zugleich bezog er Position für die deutsche Kanzlerin.

Bill Gates ist mit Microsoft reich geworden. Dabei geriet sein Unternehmen immer wieder in die Kritik. Mit allen Mitteln drängte er Konkurrenten vom Markt und verschaffte sich auf dem Markt für Software und Betriebssystem zeitweise Monopolstellungen. Das mit Microsoft verdiente Geld investiert der Digital-Tycoon seit einigen Jahren in diversen Gesundheitsprojekten.

Gestern hat sich Bill Gates zur Corona-Epidemie in den USA geäußert, allerdings nicht in einer amerikanischen Zeitung, sondern in einem Interview für die Frankfurter Allgemeinen. Darin kritisierte er, dass US-Präsident Trump die Geldzahlungen an die unter starkem Einfluss Rot-Chinas stehende Weltgesundheitsorganisation, WHO, eingestellt hat. Bill Gates ist selber einer der Hauptfinanziers der WHO.

Weiter bemängelte der Unternehmer, dass die US-Regierung keine klaren Anweisungen zur Frage der Lockerung von Restriktionen im öffentlichen Leben gäbe. Weiter beklagte er, dass sich die USA aus der Entwicklung globaler Lösungsansätze zur Behebung des Gesundheitsnotstands zurückzögen.

Für die Bundeskanzlerin Merkel fand er dagegen lobende Worte. Sie sei eine »Führungsfigur und eine klare Stimme“ in Deutschland. Zugleich operiere sie mit anderen Ländern eng zusammen.

Die aktuellen Zahl der Corona-Toten in den USA beläuft sich zur Zeit auf 16 Opfer pro 100,000 Einwohner. Damit liegen die Vereinigten Staaten deutlich unter den meisten westeuropäischen Ländern. Frankreich, Italien und Spanien liegen mit 35, 44 und 49 Toten deutlich darüber. Deutschland liegt mit 7 Toten zwar darunter, allerdings sind die Zählungen umstritten. In Israel, Polen und Südkorea sind die Opferzahlen pro 100,000 Einwohner mit 2.51, 1.41und 0.47 deutlich kleiner.

Bei der Gesamtzahl von Infizierten ist der Abstand nicht ganz zu groß. Allerdings geht in den USA auch die Zahl der Neuinfektionen pro 100,000 Einwohnern leicht zurück. Dass die Abnahme nicht so deutlich ausfällt, wie in Italien oder Spanien, liegt vornehmlich daran, dass die Werte in den USA auch längst nicht so hoch waren, wie in den beiden europäischen Ländern.

In den deutschen Mainstream-Medien werden oftmals die absoluten Zahlen genommen, die für die mit 330 Millionen Einwohnern deutlich größere USA natürlich entsprechend höher ausfallen.

Selbst wenn man einräumt, dass die US-Regierung nicht alles perfekt gemacht hat, lässt sich die Kritik von Bill Gates zum jetzigen Zeitpunkt durch die Entwicklung der Zahl von Infizierten und Toten schwerlich begründen.

Sven von Storch

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