Während Minister Altmeier stellvertretend fürbefallen, verbreitet er sich auch beim öffnen älterer Mails. die Bundesregierung künstliche Intelligenz nach Deutschland holen will, breitet sich eine spezielle Form technischer Intelligenz bereits rege, ja geradezu epidemisch aus: Computer-Viren haben das Berliner Kammergericht in großem Umfang befallen.
Wie die BZ berichtet, wurde eine ungenannte Zahl von Rechnern am höchsten Berliner Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit von einer besonders bösartigen Variante befallen. Es handelt sich um Emotet, einen Trojaner, d.h. eine Software, die, im eigenen System residierend, massiv Schaden anrichtet. Da sie sich zusätzlich insbesondere über E-Mails auch auf andere Rechner kopiert, zählt sie zu den Computer-Viren.
Das Gericht erklärte in einer Pressemitteilung: »Die Arbeitsfähigkeit ist gewährleistet«. Eine Warnung vor dem Befall ging aber bereits am Freitag vor einer Woche an verschiedene Dienststellen bis hinunter zum Sozialen Dienst - per E-Mail! Darin hieß es: »EILT SEHR!!! VIRENBEFALL DURCH ‚IMOTET‘ IM KAMMERGERICHT!“ überschrieben.«
Um 11.35 Uhr am Dienstag wurde jedoch eine Art Rechner-Notstand erklärt: Sämtliche Rechner des Kammergerichts gingen vom Landesnetz. Zugleich wurden sämtliche E-Mails, die seit dem 16.September beim Kammergericht eingegangen sind, »unter Quarantäne« gestellt. Will heißen: Die Mails werden nicht mehr geöffnet. Denn weil Emotet sich über Netze und speziell E-Mails verbreitet, sind ältere Mails genauso verseucht.
Wenn nun das Gericht zur Beruhigung erklärt, seine Rechner würden nicht mit Windows betrieben, ist das entweder eine uneidliche Falschaussage oder schlicht Unwissen. Denn Emotet verbreitet sich ausnahmslos über Windows. Neben solchem Unsinn wirkt die falsche Schreibweise – »Imotet« statt »Emotet« – wie eine Lappalie. Wir alle haben in den ersten Unterrichtsstunden Englisch »i« und »e« miteinander verwechselt.
Wirklich böse dürfte es werden, wenn die Vermutungen zutreffen sollten, dass es am Kammergericht mit den Backups und dem Hintergrundwissen der Mitarbeiter dank fehlender Schulungen nachhaltig hapert. Denn ohne regelmäßige Backups ist die Rekonstruktion der Daten praktisch unmöglich. Insbesondere wenn niemand weiß, seit wann Emotet sein Unwesen treibt.
Derweil schwadronieren die Regierungsvertreter weiter von »Künstlicher Intelligenz« und »Digitaloffensive«. Dabei hätte eines der Murphy-Gesetze sie warnen sollen: Rechner sind zwar noch nicht intelligent, aber schon hinterhältig. Wobei auch das nicht ganz stimmt: Hinterhältig sind die Entwickler, die Emotet programmieren. Aber die sind eben auch intelligent – hochintelligent.


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