Schon seit etwa 4 Uhr kreisen Hubschrauber über Berlin-Friedrichshain und den angrenzenden Bezirk Lichtenberg. Die umliegenden Straßen des besetzten Hauses sind weiträumig gesperrt. Feuerwerkskörper sind zu hören. Die Polizeisirenen ersetzen für viele Anwohner den Wecker.
Um 7.30 hat die Polizei mit der Räumung des besetzten Hauses »Liebig 34« in der Berlin-Friedrichshainer Liebigstraße begonnen. Die Polizisten setzen Kettensägen und Brechstangen ein. Auf diese Weise verschaffen sie sich Zutritt ins Haus. Gegen 8 Uhr werden die ersten Festgenommenen über eine Rampe zum 1.Stockwerk abgeführt.
Bereits in der Nacht hatten Spezialkommandos die Dächer besetzt. Später wurde ein Gerüst am besetzten Haus aufgestellt.
Insgesamt sind 1,500 Beamte aus acht Bundesländern im Einsatz.
Von einem weiteren besetzten Haus gleich in der Rigaer Straße, gleich in der Nähe, geht während der Räumung Gewalt aus. Immer wieder werden Flaschen auf die Beamten geworfen. Die Polizei hat die dortigen Demonstranten eingekesselt und nimmt in unregelmäßigen Abständen linksradikale Gewalttäter fest.
Mit der Räumung wird eines der letzten linksradikalen Symbolprojekte in Berlin beseitigt. Das Haus war wiederholt Ausgangspunkt krimineller Handlungen. In den vergangenen Tagen kam es zu einer Anschlagserie, bei der unter anderem der S-Bahn-Verkehr auf dem Ostring lahmgelegt wurde. Bis zuletzt hatten Vertreter grüner und linker Gruppen und Parteien ihre Unterstützung für die Gewalttäter signalisiert und eine Aufschiebung der Räumung gefordert, obwohl das Berliner Kammergericht die Räumung in letzter Instanz für rechtens erklärt hatte. Auch für den heutigen Räumungstag waren mehrere Demonstrationen angemeldet worden; darunter auch die einer Schule, die mit ihren Kindern zum Ort des Geschehens ziehen wollen.


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