Weitere Hinweise auf Zusammenarbeit von Sea-Watch und Schleppern

Begründeter Verdacht_ Arbeitet Sea-Watch mit Schleppern zusammen_

Die Hinweise auf eine Zusammenarbeit von Schleppern und Rettern im Mittelmeer verdichten sich. In einer italienischen Talkshow sprechen Zeugen über ihre Erlebnisse.

Nach einem Bericht auf achgut verdichten sich die Hinweise auf eine enge Zusammenarbeit von Schleppern und Rettern im Mittelmeer. In einer italienischen Talkshow sprechen Zeugen über den technischen Ablauf der »Rettungen« und ihre Erlebnisse.

In den Berichten wird weiter auch die Zusammenarbeit libyscher Behörden mit der libyschen Mafia beschrieben. Demnach werden die Flüchtlinge bis an die Küste eskortiert und können sich dann unter den Augen der Küstenwache ungestört in Seenot begeben. Die Fahrten werden in geheimen Gruppen bei facebook organisiert.

Der Zeuge sagte weiter aus, er habe sich bei einem der Schlepper absichern wollen. Wahrscheinlich wollte er nicht wirklich in Seenot geraten. Der habe ihm gesagt: »Ja, er arbeite mit Schiffen zusammen, die Leute aus dem Mittelmeer retteten. Er hat gesagt, davon gebe es viele.« Auf Nachfrage der italienischen Journalistin erläutert der Zeuge: »Ja, ja, er hat gesagt, er sei mit vielen Schiffen von Seenotrettern in Kontakt. Sea-Watch und viele andere, deren Namen ich nicht mehr weiß.« Es wurde ihm eine Liste mit Telefonnummern gezeigt. »Etwa vier oder fünf Nummern. Darunter die von Sea-Watch.«

Sollte die libyische Küstenwache trotzdem eines der Schlauchboote aufgreifen, ist es auch schon zu Zusammenstößen mit den Schiffen der privaten Retter gekommen. Dabei seien mehrfach Flüchtlinge ertrunken. Die aggressive Vorgehensweise von Carola Rackete im Hafen von Lampedusa wäre damit kein Einzelfall.

Eine Zusammenarbeit macht für Schlepper und angebliche Retter Sinn. Die Schlepper brauchen ihre »Ware« nur bis an die Grenze der libyischen Hoheitsgewässer bringen, d.h. 12 Seemeilen vor die Küste. Die »Retter« kriegen so überhaupt erst die Möglichkeit, Schlauchboote zu finden. Die sehr flachen Schlauchboote sind nicht weit zu sehen und von den relativ kleinen Schiffen der privaten Organisationen bietet sich umgekehrt nur ein sehr beschränktes Sichtfeld. Üblicherweise werden daher bei der Suche nach Rettungsbooten Flugzeuge eingesetzt. Patrouillien mit Schiffen wie der »Sea-Watch 3« machen in solchen Gewässern wenig Sinn.

Die Aussagen des Zeugen würden, falls sie sich als richtig erweisen, die privaten, selbsterklärten Retter in einem völlig anderen Licht erscheinen lassen, als die deutschen Medien und Politiker es verbreiten. Sie, die Retter, wären nichts weiter als ein Glied auf dem Transportweg der Flüchtlinge von Afrika nach Europa. Ganz nebenbei machten sie sich strafbar.

Diesen Verdacht auszuräumen wäre die Aufgabe eines ernsthaften Journalismus, der sich um die Belange von privaten Rettern und Flüchtlingen kümmert. Die deutschen Staatsmedien kommen dieser Aufgabe jedoch in keinster Weise nach. Das Kamerateam von »Panorama«, das sich an Bord der »Sea-Watch 3« befand, als Carola Rackete die Einfahrt in den Hafen von Lampedusa erzwang, hat keinerlei Untersuchungen in eine solche Richtung unternommen.

Die Aufklärung wäre auch im Interesse der Rettungskräfte. Das Team staatlicher Medien an Bord eines Schiffes ähnelt, wenn es nur durch und durch Positives in die Heimat sendet, an einen schlechten Kriegsberichterstatter. Und wie es um deren Glaubwürdigkeit steht, werden die meisten Zuschauer wissen.

Die Staatsmedien sind also aufgefordert, bei der nächsten Rettungsaktion einen gut recherchierten Bericht über die Vorgänge an Bord zu erstellen. Ein Titel wie »Sea-Watch: Retter, Schlepper, Bauernfänger?« bietet sich an. Die Journalisten hätten unabhängig von den Interessen der Flüchtlingsindustrie und der Schlepper zu berichten. Dann gewinnen sie ihre Glaubwürdigkeit wieder zurück.

Sven von Storch

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