Vielleicht ist es ja ein Zeichen: Nach heftigem Widerstand gläubiger Christen und sicher auch einiger Bürger, die langsam merken, was ihnen ohne Glauben fehlt, lässt die Bundesregierung von ihrem Vorhaben ab, Gottesdienste an Ostern zu verbieten.
Wie die NZZ mitteilt, hat die Bundesregierung ihre Bitte an die Kirchen zurückgezogen, über Ostern auf Präsenzgottesdienste ganz zu verzichten. In einer ersten Fassung hatte die sogenannte Bund-Länder-Runde einen Ruhetag eingefordert, der auch durchgesetzt werden sollte. Damit wären Gottesdienste verboten gewesen; sie hätten durch Online-Reden ersetzt werden sollen – eine Idee, wie sie wohl nur von Linken, Grünen und dem Spitzenpersonal einer angeblichen christlichen Partei ventiliert werden kann.
Der Satz: »Bund und Länder werden auf die Religionsgemeinschaften zugehen, mit der Bitte, religiöse Versammlungen in dieser Zeit nur virtuell durchzuführen« entfällt also. Ostern bleibt Ostern.
Dieser Rückzug der weltlichen Macht könnte eine längst überfällige Wende einleiten. Denn seit einem Jahr fehlt eine Stimme zur Corona-Krise, eine Stimme, die gerade in diesen Tagen dringend gebraucht wird: Eine christliche Stimme. Sie war im Gekeife und Gebell von Merkel und Söder nicht mehr zu hören.
Eine Ausnahme bildete der dringliche Antrag der AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Sie hatte noch unter dem Eindruck der angedrohten Verbote von Gottesdiensten das Abgeordnetenhaus gebeten, es möge den Rot-Rot-Grünen Senat auffordern, das »Recht der Freiheit der Religionsausübung auch unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie ohne Ausnahme zu achten.« – Ein zunächst in seinem Bezug zum Grundgesetz legalistischer Appell, der in seiner Begründung religiöse Gedanken ins Spiel bringt: »In den Zeiten der Corona-Pandemie erleben die Menschen große Ängste und Nöte«, heißt es: »Gerade in solchen Krisenzeiten benötigen Menschen Halt und Zuspruch durch den Glauben. In finsteren Zeiten vertrauen gläubige Christen auf das Wort Jesu Christi: „Fürchtet euch nicht!“ Jesus Christus, Heiland der Christenheit, lehrte die Menschen, auf Gott zu vertrauen und nicht zu verzagen.«
Nach einem Hinweis auf den italienischen Philosophen Giorgio Agamben, der bereits in den ersten Tagen der Epidemie gefragt hatte: »«Was für eine Gesellschaft ist das, die keinen anderen Wert kennt, als das nackte Überleben ?« Nach diesem Hinweis betont die AfD den Wert des menschlichen Lebens »in einem höheren Sinne – nämlich im Sinne eines selbstbestimmten, lebenswerten Lebens, wie es freien Menschen einzig angemessen sei.«
Schließlich heißt es in dem Antrag sowohl politisch als auch religiös: »Nicht Angela Merkel, Jesus Christus besiegt den Tod. Erlösung und Heil erlangt der Mensch durch Gottes Gnaden, nicht durch Merkels Gnaden.«
Diesen Antrag haben die Mitglieder des von unchristlichen Geistern dominierten Berliner Abgeordnetenhauses zwar mehrheitlich abgelehnt – aber im gewissen Sinne wurde er von den Kritikern der Regierung dann doch durchgesetzt. Das ist nicht nur ein politischer Erfolg. Es ist auch ein Erfolg der Gläubigen, die nicht nur auf ihrem nackten Recht, sondern auch auf ihrem Glauben bestehen.
Falls Ostern nun also wieder Ostern ist, dann sind die Kirchen geöffnet. An den beiden Osterfeiertagen Sonntag und Montag. Aber eben auch am Karfreitag: Dem Tag, der wirklich wieder Ruhetag werden sollte.


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