Der gestrige Anschlag auf eine Synagoge und einen jüdischen Friedhof in Halle an der Saale steht am Ende einer langen Reihe antisemitischer Übergriffe. Er wurde möglich, weil linke und arabische Antisemiten von der deutschen Regierung wie selbstverständlich geduldet, ja bisweilen sogar hofiert worden sind.
Wer den Anfang gemacht hat, ist schwer zu sagen. Aber sicher ist, dass Antisemitismus bereits mit der Studentenbewegung aufkommen konnte. Am 9. November 1969, ausgerechnet als sich der 9. November 1939 zum 30. Mal jährte, verübten Mitglieder einer linken Terrorbande, einen Anschlagsversuch auf das Jüdische Gemeindehaus in Berlin. Der Anschlag schlug fehl und wurde jahrelang mit Schweigen bedeckt. Dabei wurde schon damals das Leitthema genannt: Anti-Zionismus.
Wenige Monate später, am 13. Februar 1970, wurden bei einem Brandanschlag auf das Altenheim der Israelitischen Kultusgemeinde in München 7 Menschen getötet. Hier wurde zunächst in rechten und arabischen Kreisen ermittelt – doch bis heute ist der Verdacht nicht aus dem Weg geräumt, dass linke sogenannte Tupamaros die Täter waren.
Einige Jahre darauf hatte der neue Anti-Semitismus die höchsten Regierungskreise erreicht – wieder als Anti-Zionismus getarnt. Am 9. Oktober 1973 begannen mehrere arabische Staaten an Jom Kippur ihren Angriffskrieg gegen Israel. Doch statt den in äußerste Bedrängnis geratenen jüdischen Staat offen zu unterstützen, verweigerte die Regierung Willy Brandt den USA die Nutzung deutscher Häfen, um Waffen nach Israel zu schaffen. Der für seinen Kniefall in Warschau 1970 so hochgelobte Kanzler fehlte die Solidarität mit den lebende Juden in Israel. Dass die sozialistischen Staaten des Ostblocks die Araber mit Waffen versorgten, rundet das linke Unterstützerszenario zur anderen Seite gleichsam militärisch ab.
Die Liste linker, antisemitischer Aktionen und Handlungen lässt sich beliebig erweitern: Entebbe 1976, als linke Terroristen Juden selektieren, ein Grüner, der dem Raketenbeschuss Israels durch Hussein als logische, fast zwingende Konsequenz der Politik Israels bezeichnet, Abgeordnete der Linken, die Landkarten ohne den Staat Israel zeigen.
In einem Land, in dem jüdische Waren bis vor kurzem boykottiert werden durften, in dem auf arabischen Anti-Israel-Demonstrationen in Berlin Davidsterne verbrannt werden dürfen, in dem der Regierende Bürgermeister von Berlin sich mit Holocaustleugnern trifft, dessen Außenminister Maas arabischen Antisemitismus in der UNO schamlos duldet, in dem der massive Antisemitismus von Moslems noch immer nicht klar benannt werden kann – in einem solchen Land geschehen Anschläge wie gestern in Halle. Dieses Umfeld ermuntert rechtsradikale Täter, wie den von Halle.
In einer Erklärung nannte der Mörder einen einzigen Grund für die Probleme der Welt: Den Juden. Ebenso würden sehr viele Mitglieder der politischen Linken und natürlich die Mehrheit der Araber einen einzigen Staat als Grund für die Probleme im Nahen und Mittleren Osten nennen: Israel.
Natürlich wird man das in Berlin nicht so sehen und schon gar nicht bei den Sozialdemokraten und ihren linken Genossen. Sie werden auf die verbrecherischen Rechtsradikalen verweisen und natürlich eine Großkampagne gegen die politische Rechte lostreten. Wo doch ihr linker und der von ihnen unterstützte arabische Anti-Zionismus das eigentliche Problem sind. Denn der Täter von Halle ist zwar ein Rechtsradikaler; doch sein ideologisches Rüstzeug bezog er vom Anti-Zionismus der politischen Linken und arabischer Gruppen.
Im Ausland sieht man das klarer. Der Schock über die Bilder aus Halle sitzt tief. Die Jerusalem Post betont, dass es sich bei dieser Tat um die Ausgeburt des allgegenwärtigen Anti-Semitismus und Anti-Zionismus in Deutschland handelt. Dort wird eine Verbindung zu arabischen Migranten gezogen, etwa zu dem Syrer, der erst vor wenigen Tagen einen Anschlag auf eine Berliner Synagoge ausüben wollte.
Wer daher jetzt linke Umerzieher ausschickt, gegen Antisemitismus vorzugehen, macht den Bock zum Gärtner. In Israel weiß man das, in Deutschland wird es so weit als möglich ignoriert.


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