Dabei geht es den Grünen nicht nur um Bildungspolitik oder die Rechte von homosexuellen Partnerschaften oder die Förderung von (Patchwork-)Familien. Sondern die Rolle, die Kindern zugestanden wird, ist viel umfangreicher. Die Grünen haben ein Kinderbild, das sie von anderen durch eine gewisse Unbedingtheit, Radikalität unterscheidet: »Wir arbeiten an einer inklusiven Gesellschaft, in der nicht soziale Herkunft, sexuelle Identität, ethnische Wurzeln oder körperliche oder geistige Behinderung über die Zukunft von Kindern entscheiden, sondern deren Wünsche und Potentiale. Jeder Mensch soll die gleichen Chancen haben, das eigene Leben selbst gestalten zu können. Kinder müssen dabei endlich in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft rücken.« (S. 141)
Konkret wollen die Grünen Kinderrechte ins Grundgesetz aufnehmen und die UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland zur Geltung bringen. Das Wahlalter soll auf 16 Jahre herabgesenkt werden, und überhaupt fordert man »flächendeckend echte Mitwirkungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Dazu gehört auch, dass wir Betroffene in der Jugendhilfe stärken, indem wir Ombudschaften unterstützen, und verstärkt alternative Organisationsformen wie z.B. Jugendparlamente oder Jugendbeiräte fördern, die mit einem Antrags- und Stimmrecht für politische Entscheidungen ausgestattet sind. Dabei ist für uns klar: Alle Jugendlichen, egal ob mit oder ohne Behinderung, mit oder ohne Migrationshintergrund, gleich welcher sexuellen Identität, gehören dazu.« (S. 146)
An anderer Stelle wird ebenfalls betont, dass Kinder und Erwachsene nahezu gleichwertig sind und Kinder möglichst nicht diskriminiert werden dürfen. Dort heißt es: »Wir wollen das Engagement von Kindern und Jugendlichen in demokratischen Strukturen fördern. Je früher demokratische Verfahrensweisen selbstwirksam erfahrbar gemacht werden, desto größer ist die Akzeptanz für die Demokratie. Dabei ist es notwendig, Kindern und Jugendlichen den Rahmen der Beteiligung so weit wie möglich selber gestalten zu lassen und Vertrauen in ihr Verantwortungsbewusstsein zu legen.« (S. 209)
Das klingt alles gut, irgendwie jedenfalls. Stutzig macht allerdings, dass Kinder mehr als einmal im Zusammenhang mit sexueller Identität genannt werden. Angesichts des noch nicht aufgearbeiteten Skandals, dass der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in der alternativen Bewegung und in der Grünen-Partei durchaus gelitten war, schrillen hier beim politisch wachen Leser alle Alarmglocken. Haben sich die Grünen etwa immer noch nicht von ihrer unseligen Vergangenheit gelöst?
Die Grünen prahlen in ihrem Programm, auf wessen Seite sie schon vor allen anderen Parteien gestanden haben. Ob Atomkraft, Feminismus oder Biolebensmittel – die Grünen standen immer ganz vorn. Unter anderem heißt es: »Wir kämpften an der Seite von Lesben, Schwulen, trans- und intersexuellen Menschen, als diese sozial vielfach geächtet wurden.« (S. 7) Dass sie sich – zumindest Teile der Grünen – auch für die Interessen der Pädosexuellen eingesetzt haben, erwähnen sie wohlweislich nicht.
Und wenn man dann noch ihre Forderung nach diskriminierungsfreier Teilhabe aller vergegenwärtigt – »In einer offenen Gesellschaft wird niemand wegen des Geschlechts, aus ethnischen oder rassistischen Gründen, aufgrund der Religion oder Weltanschauung, der sexuellen Identität, des Alters oder wegen einer Behinderung benachteiligt« (S. 228) –, dann ahnt man, dass die pädosexuelle Vergangenheit der Grünen präsenter ist, als allen lieb sein kann. Will man etwa auch Pädophile nicht diskriminieren? Davon steht im Programm nichts. Dass man immer nur von der Diskriminierung von Homo-, Trans- und Intersexuellen redet, muss vor diesem Hintergrund nicht viel bedeuten.
Es darf vermutet werden, dass die Verfasser des Wahlprogramms nicht die Absicht haben, Pädophile zu fördern oder zu tolerieren. Allerdings ist das Kinderbild der Grünen beklemmend nahe an dem Kinderbild von Pädosexuellen. Die sehen in ihnen nämlich gleichberechtigte Partner, die sexuelle Kontakte zu Erwachsenen wünschen und davon profitieren – dass sie damit einer Projektion erliegen, sehen sie nicht oder wollen es nicht sehen. Bei den Grünen scheint das ähnlich zu sein, weshalb sie vermutlich auch weiterhin der bevorzugte Ansprechpartner für Pädophile bleiben werden.


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