In fast allen Staaten verlaufen die Kurven ähnlich, sie sind nur zeitlich verschoben. Doch rückblickend gibt es meist einen schnellen Anstieg, eine Plateau-Phase und dann Schritt für Schritt eine rückläufige Entwicklung. Dies trifft auf fast alle Länder zu, unabhängig davon, ob die Maßnahmen strenger oder weniger streng sind.
Momentan sieht man in vielen Staaten eine abflachende Kurve. Der ehemalige Direktor des WHO-Krebs-Programms, Professor Karol Sikora von der Universität Buckingham, glaubt, dass die Menschen als Kollektiv vermutlich mehr Immunkräfte gegen SARS-CoV-2 haben als zuvor angenommen. Es gebe wohl eine sehr viel höhere Dunkelziffer von Menschen, die das Virus haben oder hatten, ohne es zu merken. Daher sei es möglich, dass das Virus von ganz alleine verschwindet, noch bevor ein Impfstoff entwickelt ist [siehe Berichte »The Independent«, »HNA«].
Kurz zusammengefasst: Das Virus sei schneller durch die Bevölkerung gerauscht, als viele es bemerkt haben; seine Verbreitung habe nun den Zenit (in Europa) überschritten. Herden-Immunität könnte dann das Virus auf natürliche Weise stoppen. https://www.independent.co.uk/news/health/coronavirus-19-million-uk-infected-study-antibody-test-cases-a9515886.html
Diese Ansicht wird durch eine aktuelle Studie der Unversität Manchester gestützt. Sie kam zu dem Ergebnis, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit rund 19 Millionen Briten, das heißt etwa 29 Millionen Bürger des Landes, die Infektion schon durchgemacht haben — viele, ohne es zu bemerken. So sei schon eine Art Herden-Immunität entstanden, die die Verbreitung des Virus entschleunige [siehe Studie im »International Journal of Clinical Practice«].


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