Die Werteunion ist ein konservativer Flügel der CDU/CSU, der inhaltlich zahlreiche Überschneidungen mit der AfD hat und die Abkehr von der Politikrichtung einer Angela Merkel fordert. Die Werteunion erinnert an die Werte der CDU/CSU vor 20 oder 30 Jahren. Für viele Merkel-treue CDU/CSU-Politiker ist sie deshalb ein Dorn im Auge.
Nun hat die Werteunion wieder von sich Reden gemacht, weil sie Verständnis für das Verhalten der Thüringer CDU geäußert hat, als diese mit den Stimmen der FDP und AfD Bodo Ramelow als Ministerpräsidenten verhindert hat. Der Merkel-Flügel wittert Verschwörung.
Der Bundes-Vize-Vorsitzende der »Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft« (CDA), Christian Bäumler, meint, wer die Werte der CDU nicht teile, habe in der CDU nichts zu suchen. Daher fordert er einen Unvereinbarkeitsbeschluss gegenüber den Abtrünnigen [siehe Bericht »Handelsblatt«]. Für Außenstehende bergen solche Aussagen eine gewisse Ironie, denn es ist ja offensichtlich die Werteunion, die am ehesten noch den alten Werten der CDU/CSU treu geblieben ist.
Doch Christian Bäumler hat eine andere Sichtweise auf die Dinge. Er sagte gegenüber dem »Handelsblatt«: »Wer die Werte der CDU nicht teilt, hat in der CDU nichts zu suchen. Wir brauchen keine AfD-Hilfstruppe in unseren Reihen«. Wer den Abgrenzungsbeschluss der Union zur AfD nicht akzeptiere, dürfe keine Verantwortung in der Partei übernehmen. Unterstützung erfährt Bäumler vom früheren CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz. Auch er ist für den Unvereinbarkeitsbeschluss und kritisiert die Werteunion.
Zu den prominenten Vertretern der Werteunion gehört auch Hans-Georg Maaßen, Merkel-Kritiker und ehemaliger Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutzes.
[Siehe auch Freie-Welt-Artikel »Merkeltreue warnen vor angeblichen »Sektierern« — Streit um Werteunion spaltet CDU«]


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