Angst vor einer US-Invasion

Kubas Militär bereitet sich auf Militäraktion der USA vor

Kubas stellvertretender Außenminister erklärte, das kubanische Militär bereite sich auf eine mögliche "Aggression" der USA vor. Der kubanische Regierungsvertreter betonte, dass Verhandlungen über einen Regimewechsel während der Gespräche mit den USA nicht zur Debatte stünden.

Carlos Fernández de Cossío


Carlos Fernández de Cossío im TV-Interview

Kubas stellvertretender Außenminister sagte am Samstag, das Militär des Landes bereite sich auf die „Möglichkeit einer militärischen Aggression“ der USA vor und es wäre „naiv“ von Kubas Führung, die Möglichkeit eines Konflikts zu ignorieren.

"Unser Militär ist stets bereit und bereitet sich derzeit auf die Möglichkeit einer militärischen Aggression vor", sagte Carlos Fernández de Cossío in einem Interview mit einer NBC-Sendung, das am Sonntag ausgestrahlt wurde. "Angesichts der weltweiten Ereignisse wäre es naiv, die Möglichkeit eines Konflikts nicht in Betracht zu ziehen."

Spannungen zwischen beiden Staaten haben Tradition, nahmen jüngst wieder zu

Die Spannungen zwischen den USA und Kuba haben sich nach der US-Militäroperation in Venezuela, die zur Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro führte, verschärft. Maduro unterhielt enge Beziehungen zur kubanischen Führung.

In einer Pressekonferenz im Anschluss an die Operation in Venezuela warnten US-Präsident Donald Trump und Außenminister Marco Rubio die kubanische Regierung vor einer möglichen Militärintervention. Rubio sagte damals: "Wenn ich in Havanna leben und in der Regierung wäre, wäre ich besorgt."

Im Januar unterzeichnete der Präsident eine Anordnung, die mit der Einführung von Zöllen auf Waren aus Ländern drohte, die Öl an Kuba verkauften oder lieferten. Die Bewohner der Insel leiden aufgrund der US-Blockade unter täglichen Stromausfällen. Am Samstag brachen die Stromnetze des Landes zusammen, sodass Kuba zum dritten Mal in diesem Monat ohne Strom war.

Carlos Fernández de Cossío: "Die Lage auf Kuba ist ernst!"

"Die USA drohen Ländern, die möglicherweise Treibstoff nach Kuba exportieren, mit Zwangsmaßnahmen. Deshalb erhält Kuba seit Langem keinen Treibstoff mehr", sagte der stellvertretende Außenminister. "Die Lage ist sehr ernst, und wir handeln so proaktiv wie möglich, um die Situation zu bewältigen. Wir hoffen, dass der Treibstoff Kuba auf dem einen oder anderen Weg erreichen wird und dass dieser Boykott der Vereinigten Staaten nicht von Dauer ist und nicht ewig aufrechterhalten werden kann."

Trump sieht Kuba "bald fallen"

Anfang des Monats sagte Trump, Kuba werde "sehr bald fallen" und seine Führung wolle unbedingt ein Abkommen schließen. Später im selben Monat erklärte Trump gegenüber Reportern, er hätte die "Ehre, Kuba zu übernehmen". Diese Äußerungen fielen nur wenige Tage, nachdem der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canal bestätigt hatte, dass die kubanische Führung mit der US-Führung über ein Abkommen verhandelte, um einen militärischen Konflikt zu vermeiden.

Sven von Storch

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Kommentare

"Angst vor einer US-Invasion"

Und diese Angst der Kubaner bzw. der kubanischen Regierung besteht völlig zu Recht nach all den widerwärtigen Äußerungen, die Trump über und von Kuba bereits gemacht hat! 

Dabei macht sich Trump diesmal noch nicht einmal die Mühe einer verlogenen Begründung für einen Überfall auf Kuba.

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