Irans Außenminister Abbas Araghchi mit dem sogenannten "Pfeifen im Wald"

Iran: "Wir sind kriegsbereit!"

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi warnt, dass das Land seinen Angaben nach auf einen Krieg vorbereitet sei, sollte die USA eine militärische Konfrontation wählen. Diese Aussage erfolgte, nachdem Präsident Donald Trump angesichts der Unruhen im Iran militärische Aktionen gegen das Land in Aussicht gestellt hatte.
 

 Abbas Araghchi
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Große Klappe - und was dahinter?

In einem Interview mit Al Jazeera erklärte Araghchi, Teheran sei auf alle denkbaren Szenarien vorbereitet, während die Kommunikationskanäle zu den USA weiterhin offen seien. "Wenn Washington die militärische Option testen will, die bereits zuvor erprobt wurde, sind wir bereit", so Araghchi. Er betonte, der Iran verfüge heute über eine deutlich höhere militärische Bereitschaft als während des zwölftägigen US-israelischen Angriffs im Juni letzten Jahres, bei dem über tausend Iraner getötet wurden. Araghchi merkte an, dass der Angriff zeitgleich mit indirekten Gesprächen zwischen Teheran und Washington über das iranische Atomprogramm stattfand. 

Erwartbare Reaktion auf klare Ansage von US-Präsident Donald Trump

Diese Aussagen folgen auf die klaren Äußerungen von US-Präsident Donald Trump. Am Wochenende hatte Trump erklärt, er erwäge "entschlossene Optionen" gegen den Iran, einschließlich militärischer Gewalt. Trump bezog sich dabei auf das Vorgehen des Irans gegen die anhaltenden Proteste, die sich laut iranischen Behörden zu gewalttätigen Ausschreitungen mit ausländischer Beteiligung entwickelt haben. Iranische Sicherheitsbehörden gaben an, mehrere bewaffnete Zellen zerschlagen und Personen mit Verbindungen ins Ausland während der Unruhen festgenommen zu haben. 

Mullah-Regime bezichtigt USA und Israel, hinter den Protesten im Land zu stecken

Araghchi behauptet, "terroristische Elemente" hätten die Demonstrationen unterwandert und sowohl Sicherheitskräfte als auch Zivilisten angegriffen. Gleichzeitig erklärte der Außenminister, die Kontakte zum US-Gesandten Steve Witkoff seien sowohl vor als auch nach den Protesten fortgesetzt worden. "Wir sind bereit, uns wegen des Atomprogramms an den Verhandlungstisch zu setzen, vorausgesetzt, dies geschieht ohne Drohungen oder Diktate", so Araghchi. Er äußert zudem die Hoffnung, dass die Vereinigten Staaten sich für die "weise Option" des Dialogs entscheiden werden, warnt aber vor Kräften, die "versuchen, Washington in einen Krieg hineinzuziehen, um Israels Interessen zu nutzen".

Teheran oftmals mit vollmundigen Ankündigungen, aber anschließend wenig bis keinen Taten

Die jetzigen Äußerungen der Mullahs stehen voll umfänglich in ihrer Tradition. Aus Teheran kommen - gerade in Richtung USA und Israel - oftmals und in unschöner Regelmäßigkeit vollmundige Drohungen. Doch in der gleichen Regelmäßigkeit kneifen die Mullahs in letzter Konsequenz den Schwanz ein, weil sie genau wissen, dass ihre Position von Mal zu Mal gegenüber Washington in allen Belangen schwächer geworden ist. 

Sven von Storch

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