Symbolpolitik und sonst gar nichts

Dänemark entsendet 1.000 Soldaten nach Grönland

Nach Drohungen aus dem Weißen Haus bereitet Dänemark eine laut eigenen Angaben "großangelegte Militärverstärkung" in Grönland vor. Bis zu 1.000 Soldaten der Armee könnten im Laufe des Jahres auf die Insel verlegt werden.

Dänische Soldaten auf Grönland


Minimalaufgebot soll Stärke zeigen

Rund 300 Soldaten sind laut Pressebericht bereits in Grönland eingetroffen, etwa die Hälfte in Nuuk und die andere Hälfte in Kangerlussuaq. Zusätzlich ist reguläres Personal beim Arktiskommando, dem dänischen Militärkommando auf der Insel, stationiert. Die Verstärkung betrifft vor allem Bodentruppen der Armee, Marine und Luftwaffe können jedoch ebenfalls zusätzliches Personal beisteuern. 

Langfristige Präsenz geplant

Laut TV2 wird eine längerfristige Präsenz mit rotierenden Einheiten geplant. "Die große Anzahl an Kampfsoldaten verdeutlicht, wie ernst diese Aufgabe innerhalb der Streitkräfte und damit auch in der Regierung genommen wird. Meinen Quellen zufolge ist für das laufende Jahr eine Präsenz geplant, die mit dem Einsatz des dänischen Kampfbataillons in Lettland vergleichbar ist", so TV2-Verteidigungskorrespondent Anders Lomholt. Er betont, dass es sich um eine Frage der militärischen Planung handelt und noch keine formelle Entscheidung über die genaue Soldatenzahl gefallen ist. 

Einsatzdauer jeder Einheit etwa einen Monat

Die derzeit in Grönland stationierten Einheiten gehören zur 1. Brigade der Armee und sollen etwa einen Monat dort bleiben, bevor sie durch neue dänische Streitkräfte abgelöst werden. Diese Wechsel sollen rollierend erfolgen, bis die Drohkulisse der USA abgebaut wird.

US-Soldaten seit über 75 Jahren auf Grönland

Zum Vergleich: seit der Kapitulation Dänemarks vor der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg besteht eine dauerhafte Präsenz des US-Militärs auf der Insel. Zu Höchstzeiten betrug diese Zahl vermutlich um die 5.000 Mann - offiziell wurden diese Zahlen seitens der USA nicht bestätigt. Von den einst 17 aktiven US-Militärbasen ist momentan lediglich noch eine in Betrieb, aber die stillgelegten Basen wurden nicht komplett abgebaut. Im ewigen Eis Grönlands verrottet nichts; die meisten dieser Basen kann mit wenig Aufwand wieder instand gesetzt werden.

1.000 dänische Soldaten würden kein Hindernis darstellen

Das die Entsendung eines größeren Kontingents an dänischen Soldaten nach Grönland nicht mehr als Symbolpolitik ist, dürfte selbst dem größten militärisch unbedarften Zeitgenossen klar sein. Zur Bekämpfung einer solchen Einheit würde es nicht einmal einer besonders gut ausgebildeten US-Militäreinheit bedürfen.

Sven von Storch

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Comments

Ulrich Müller

22.01.2026 | 18:21

Die USA müßten gegen diese 1000 mit teuren Zuschlägen auf ihren Sold angeworbenen dänischen Soldaten gar nicht (mit Waffengewalt) kämpfen. Nur die Nachschubwege abschneiden. Dann sitzen die wackeren Dänen bald in der monatelangen Polarnacht im Dunkeln und können dort ihre Drinks zwar mit viel frischem Eis, aber ohne Whiskey zu sich nehmen!

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