Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, gab am Samstag bekannt, dass er den internationalen Ausbruch der Affenpocken zu einem globalen Gesundheitsnotfall erklärt hat, berichtet Life Site News.
»Ich habe entschieden, dass der weltweite Ausbruch der Affenpocken einen gesundheitlichen Notfall von internationalem Interesse darstellt«, sagte der Chef der UN-Gesundheitsorganisation auf einer Pressekonferenz. »Die WHO geht davon aus, dass das Risiko von Affenpocken weltweit und in allen Regionen moderat ist, mit Ausnahme der europäischen Region, wo wir das Risiko als hoch einschätzen«, fügte er hinzu.
Seit Mai wurden nach Angaben der US-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (CDC) in 75 Ländern mehr als 16.000 bestätigte Fälle von Affenpocken und fünf Todesfälle gemeldet; Ende Juni waren es noch rund 3.000 Fälle.
Tedros merkte an, dass er als »Tiebreaker« fungierte, nachdem ein Expertenausschuss der WHO am Donnerstag keinen Konsens darüber erzielen konnte, ob der Ausbruch der Krankheit einen internationalen Gesundheitsnotstand darstellt, die höchste Alarmstufe der UN-Organisation.
Es war das erste Mal, dass ein WHO-Chef einseitig einen globalen Notfall ausrief, berichtete die Associated Press.
Konzentriert unter Männern, die Sex mit Männern haben
Tedros räumte auch ein, dass sich der Ausbruch der Krankheit nach wie vor fast ausschließlich auf homosexuelle Männer konzentriert.
»Obwohl ich einen internationalen Gesundheitsnotstand ausrufe, handelt es sich im Moment um einen Ausbruch, der sich auf Männer konzentriert, die Sex mit Männern haben, insbesondere auf Männer mit mehreren Sexualpartnern«, sagte er.
Anfang dieser Woche hat die WHO-Expertin für Affenpocken, Dr. Rosamund Lewis, bekannt gegeben, dass 99 Prozent der Affenpockenfälle außerhalb Afrikas bei Männern aufgetreten sind, und dass 98 Prozent dieser Fälle bei Männern aufgetreten sind, die Homosexualität praktizieren.
Eine im letzten Monat im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie ergab, dass etwa 95 Prozent der Affenpockenfälle durch sexuelle Aktivitäten übertragen werden und dass 41 Prozent der Infizierten auch HIV haben.
Affenpocken ähneln den Pocken, haben jedoch mildere Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schüttelfrost und schließlich Hautausschlag, gefolgt von Läsionen und Schorf. Die Übertragung erfolgt in der Regel durch direkten Kontakt mit den Ausschlägen oder Körperflüssigkeiten infizierter Personen oder durch Berühren von Gegenständen, die mit infektiöser Haut oder Flüssigkeiten kontaminiert sind, so die CDC.
Die CDC hat mehr als 2.800 bestätigte Fälle von Affenpocken in den USA gemeldet, darunter mindestens zwei bei Kindern.
»Die beiden Kinder werden auf Personen zurückgeführt, die aus der Gemeinschaft der Männer stammen, die Sex mit Männern haben«, sagte CDC-Direktorin Rochelle Walensky am Freitag und warf damit die Frage auf, wie sie sich infiziert haben.
Die CDC erklärte am Samstag, dass sie die Erklärung der WHO »unterstützt«.
Es wird angenommen, dass die im Mai erstmals gemeldeten Affenpockenausbrüche in Nordamerika und Europa ihren Ursprung in zwei LGBT-Raves in Spanien und Belgien haben. Der Associated Press zufolge war bisher nicht bekannt, dass sich das Virus unter Menschen weit verbreitet oder signifikante Ausbrüche verursacht, außer in Afrika, wo es seit Jahrzehnten endemisch ist.
»In den USA haben einige Experten darüber spekuliert, ob die Affenpocken kurz davor stehen, sich als sexuell übertragbare Krankheit im Land zu etablieren, so wie Gonorrhoe, Herpes und HIV«, so Associated Press.
»Die Fälle, die wir sehen, sind nur die Spitze des Eisbergs«, sagte Dr. Albert Ko, Professor für öffentliche Gesundheit und Epidemiologie an der Yale University, dem Blatt. »Das Zeitfenster, um die Ausbrüche in Europa und den USA schnell zu stoppen, hat sich wahrscheinlich geschlossen, aber es ist noch nicht zu spät, um zu verhindern, dass die Affenpocken in ärmeren Ländern, die nicht über die nötigen Mittel verfügen, um sie zu bekämpfen, großen Schaden anrichten.«


Add new comment