Mehr Progressismus, mehr woke, mehr Regenbogen

Kardinal Marx plädiert für weniger dogmatische Kirche

Kardinal Marx meint, die Kirche könne eigentlich über Gott sehr wenig sagen und solle lieber still sein. Kirchensteuer dürfen Christen aber trotzdem gerne bezahlen.

Die Kirche muss noch progressistischer, laiengeführer und woker werden. Diese Meinung spiegelt sich in den jüngsten Kommentaren Kardinal Reinhard Marx wider. »Die Krise der Kirche ist vielleicht deshalb auch eine Krise einer Institution, die behauptet hat und behauptet, ziemlich viel von Gott zu wissen und seinen Willen autoritativ allen Menschen übermitteln zu können«, so Marx in einem Beitrag der Herder-Korrespondenz im Oktober, wie katholisches.de – das offizielle Sprachrohr der Deutschen Bischofskonferenz – berichtet.

Die Kirche solle nicht ihrem Wesen gemäß, über die Heilsbotschaft Jesu Christi predigen, der Mensch wurde und wegen der Sünde der Menschen starb, um sie zu erlösen; sie solle sich vielmehr darauf konzentrieren, dass jede Aussage über Gott nur »Annäherung« sei. Nur bei den Meinungen der deutschen Bischöfe macht Marx halt, denn diese – wie er ja beständig selbst vorlebt – sind dogmatisch.

Jesus Christus habe eigentlich überhaupt keine Doktrin verkündet, so der Kardinal, sondern »sondern durch Beispiele und Gleichnisse vom Reich Gottes verdeutlicht, was die Gegenwart Gottes bedeute.«

Schon bei der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Fulda hatte der Kardinal vor seinen Amtsbrüdern betont, alle Glaubensaussagen könnten nur »in die Nähe dessen kommen, was wir von Gott wissen«. Mit einem Satz war Offenbarung Gottes, Fleischwerdung, Dogmatik, kirchliches Lehramt und verbindlicher Glaubenssatz hinweg.

Die Kirche solle sich gefälligst hüten »unmittelbaren Zugriff auf die Wahrheit« zu haben, so der Kirchenmann. Rundum: je weniger die Kirche im öffentlichen Raum überhaupt etwas tut, desto besser. Nur Kirchensteuer, die darf natürlich fleißig weiter bezahlt werden.

Sven von Storch

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