Papst Franziskus hat Kritik auf sich gezogen, weil er Eugenio Raúl Zaffaroni, einen bekannten Befürworter von Abtreibung und LGBT-Rechten, zum Gründungsmitglied des neu eingerichteten »Fray Bartolomé de las Casas«-Instituts für Forschung und Förderung sozialer Rechte im Vatikan ernannt hat. Trotz seines umstrittenen Werdegangs bedeutet Zaffaronis Ernennung einen bemerkenswerten Schritt bei der Gestaltung der akademischen Bemühungen des Vatikans in sozialen Fragen. Der Schritt hat Debatten über die Übereinstimmung seiner Ansichten mit den katholischen Morallehren ausgelöst und wirft Fragen über die Haltung der Kirche gegenüber abweichenden Standpunkten auf, wie LifeSiteNews berichtet.
In einer Mitteilung des Presseamtes des Heiligen Stuhls vom 18. August hat Papst Franziskus eine 2019 gegründete Gruppe offiziell anerkannt und als private Vereinigung von Gläubigen bezeichnet. Das Panamerikanische Komitee der Richter und Richterinnen für soziale Rechte und franziskanische Lehre [COPAJU] erhielt die formale Genehmigung für seine Statuten und sein Logo sowie für die ersten Ernennungen und personellen Regelungen.
Das Komitee ist ein Ableger der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften im Vatikan und entstand aus einem Treffen im Jahr 2019, an dem 120 Richter und Richterinnen aus ganz Amerika teilnahmen. Im Chirograph des Papstes heißt es, dass sich die Gruppe auf den »Schutz und die Förderung der sozialen Rechte durch das Magisterium konzentrieren will, mit besonderem Augenmerk auf die verworfenen sozialen Sektoren, die von den verschiedenen Prozessen des Neokolonialismus betroffen sind.«
In diesem Rahmen hat Papst Franziskus im Rahmen von COPAJU eine Forschungsgruppe eingerichtet und einen Freund aus seinem Heimatland Argentinien angeworben, dessen Ansichten zu Lebens- und Familienfragen im Widerspruch zur katholischen Morallehre stehen. Raúl Eugenio Zaffaroni wurde zu einem der drei Gründungsmitglieder des Instituts »Fray Bartolomé de las Casas« gewählt, das sich der Forschung und der Förderung der sozialen Rechte widmet.
Der Aufgabenbereich des Instituts umfasst »akademische, lehrende und bildende Zwecke auf dem Gebiet der sozialen Rechte, der Migration und des Kolonialismus«. Es wird von COPAJU finanziell unterstützt und unter der Schirmherrschaft der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften arbeiten.
Trotz der Ernennung Zaffaronis durch den Vatikan ist seine Vergangenheit als Befürworter von Abtreibung und Homosexualität weiterhin bekannt. Als ehemaliges Mitglied des Obersten Gerichtshofs Argentiniens von 2003 bis 2015 war er von 2016 bis 2022 auch Richter am Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte (IACHR). Zaffaroni war vor allem an der Organisation einer Veranstaltung für LGBT-Aktivisten im Vatikan im Jahr 2019 beteiligt, bei der es um die Entkriminalisierung von Homosexualität ging.
Zaffaronis Übereinstimmung mit Papst Franziskus in Fragen wie erdzentrierter Ökologie und Pachamama-Verehrung trägt weiter zur Kontroverse um seine Ernennung bei. Seine Pro-Abtreibungs- und Pro-LGBT-Haltung steht im Widerspruch zu den etablierten katholischen Lehren, was zu Bedenken über die Ausrichtung des neu gegründeten Instituts und die Haltung des Vatikans in diesen Fragen führt.
Inmitten dieser Kontroversen unterstreicht Zaffaronis Ernennung in ein im Vatikan ansässiges Gremium einen kritischen Scheideweg für die katholische Kirche und wirft Fragen über das Gleichgewicht zwischen Inklusivität und der Aufrechterhaltung der traditionellen Lehre auf.


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