Die Bill & Melinda Gates Foundation – die trotz der Trennung ihrer beiden Mitbegründer nach 27 Jahren Ehe immer noch Bestand hat – erklärte letzten Monat, es sei »nicht richtig«, dass die Wohltätigkeitsorganisation eine so große Rolle bei der Finanzierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) übernimmt, wie euronews.next berichtet.
Im Laufe der Jahre sind die milliardenschweren Philanthropen zum zweitgrößten Geldgeber der WHO geworden, so dass die Gesundheitsorganisation in hohem Maße von ihrer Unterstützung abhängig ist, um weiterarbeiten zu können.
Die Gesundheitsorganisation wird durch die Mitgliedsstaaten finanziert, die Mitgliedsbeiträge zahlen, sowie durch zusätzliche freiwillige Spenden der Mitgliedsstaaten und anderer Partner wie der Bill & Melinda Gates Foundation.
Die Mitgliedsländer zahlen so genannte »festgesetzte Beiträge«, einen Prozentsatz des BIP eines Landes, der alle zwei Jahre auf der Weltgesundheitsversammlung festgelegt wird. In der Regel decken diese Beträge weniger als 20 Prozent des Gesamthaushalts der WHO ab.
Das bedeutet, dass über 80 Prozent der WHO-Finanzierung auf »freiwilligen Beiträgen« beruhen, d. h. auf Geldbeträgen, die von Spendern, seien es Mitgliedstaaten, NRO, philanthropische Organisationen oder andere private Einrichtungen, freiwillig gegeben werden.
Diese freiwilligen Beiträge sind in der Regel für bestimmte Projekte oder Krankheiten vorgesehen, so dass die WHO nicht frei über ihre Verwendung entscheiden kann.
Während sich die Zusammensetzung des Gesamtbudgets der WHO im Laufe der Jahre geändert hat, gehört die Gates-Stiftung nach wie vor zu den größten Geldgebern. Im Zeitraum 2018-2019 waren die Vereinigten Staaten mit 893 Millionen Dollar der größte Geber, was etwa 15 Prozent des WHO-Haushalts ausmacht. Deutschland überholte die USA kurzzeitig als größter Geber in den Jahren 2020-2021 während der Mittelkürzungen der Trump-Ära, aber die Stiftung behielt ihren zweiten Platz. Weitere wichtige Geber sind das Vereinigte Königreich und die Europäische Kommission.


Add new comment