Rufe im Parlament: »Freiheit! Freiheit!«

Wegen drakonischen Corona-Maßnahmen_ Italienische Abgeordnete fordern Rücktritt von Conte

»Läden müssen schließen, Immigranten-Schmuggler dürfen feiern«; Offener Widerstand gegen unzumutbare Corona-Maßnahmen; Reisen zu Weihnachten verboten.

Mit Klatschen und Rufen »Libertà, Libertà« [Freiheit, Freiheit] und Schildern forderten eine große Gruppe von italienischen Abgeordneten am Freitag, dem 4. Dezember, Ministerpräsident Giuseppe Conte zum Rücktritt auf. Ein Video des Protests wurde von Journalistin Bree Dail auf Twitter gepostet.

Die italienische Touristik- und Gastronomiebranchen stehen jetzt schon vor dem Ruin. Trotzdem will der Ministerpräsident gnadenlos weitere und härtere Restriktionen des öffentlichen Lebens durchziehen.

»Welchen Sinn hat es, Menschen zwischen dem 21. Dezember und 6. Januar zu trennen? Denkt man einmal an die Staus in den Zügen und den Autobahnen am 18. 19. Und 20. Dezember [vor der Reisesperre]. Das Virus ist nicht an einem Tag gefährlicher als an einem anderen, zu Mitternacht aber nicht um 20.00 Uhr.« twitterte ehemaliger Innenminister Matteo Salvini empört.

»Man kann nicht Italiener von Italiener, Eltern von Kindern, und Partner voneinander trennen, die sich seit Monaten nicht gesehen haben und ohne Beistand und Kontakte in ihren Wohnungen sitzen. Es ist unmoralisch und absurd dies den Italienern anzutun, besonders in der schönsten Nacht des Jahres, nämlich an Weihnachten.« fügte er hinzu.

Auch Giorgia Meloni, Vorsitzende Der Partei Fratelli d’Italia stimmte in die öffentliche Empörung ein:

»Während Geschäfte ihre Türen schließen müssen, öffnen wir die Häfen. Die Unternehmer leiden, die Schmuggler feiern. Den Italienern ist das Reisen zu Weihnachten verboten, aber die Immigranten werden dazu ermuntert von einem Kontinent zum anderen zu reisen.« twitterte sie.

Alle Tweets und die Schilder, die im Parlament gezeigt wurden, waren mit dem Hashtag #ConteDimettiti also »Conte tritt zurück« versehen. In einer großen Demonstration vor dem Präsidentschaftspalast des Ministerpräsidenten Palazzo Chigi in Rom versammelten sich Parlamentarier der Fratelli d’Italia, der Lega und der Forza Italia um für Mäßigung bei den »Anti-Corona-Maßnahmen« zu protestieren.

Sven von Storch

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