»Möge die beste Frau gewinnen!«, rief Nikki Haley vergeblich aus, als sie in letzter Minute versuchte, Donald J. Trump in der republikanischen Vorwahl in New Hampshire herauszufordern. Der Staat spielt eine entscheidende Rolle in den amerikanischen Präsidentschaftswahlen. Trotz der Unterstützung von Teilen der republikanischen Parteielite und einer abnehmenden Minderheit von Republikanern, die gegen Trump sind, konnte Haley die Wähler in New Hampshire nicht überzeugen. Trump gewann mit einem zweistelligen Vorsprung und einer klaren Mehrheit der republikanischen Stimmen, wie der European Conservative berichtet.
Dieses Ergebnis war wenig überraschend. Die Umfragen prognostizierten weitgehend einen klaren Trump-Sieg in New Hampshire. Haleys peinlicher dritter Platz in Iowa hatte bereits den Enthusiasmus für ihre Kampagne gedämpft. Zudem zogen sich andere prominente Kandidaten zurück und unterstützten Trump. Am Tag der Vorwahl war klar, dass Haley keine realistische Chance auf einen Sieg oder einen respektablen zweiten Platz hatte. Trump wurde von rechtsgerichteten Medien neun Minuten nach Schließung der Wahllokale als Sieger erklärt.
Obwohl Trumps Sieg beeindruckend ist, hat er größere Bedeutung als die bloßen Zahlen vermuten lassen. New Hampshire erlaubt sogenannten 'undeclared'-Wählern, ohne Parteizugehörigkeit an den Vorwahlen teilzunehmen. Umfragen zeigten, dass Haley hier einen Vorsprung hatte. Mitglieder anderer Parteien sollen sich möglicherweise 'disaffiliert' haben, um Haley zu unterstützen. Trotzdem konnte sie nicht überzeugen, selbst unter den weniger konservativen Republikanern in New Hampshire. Selbst der republikanische Gouverneur des Staates, Chris Sununu, konnte sie nicht retten.
Haley gab keine endgültige Niederlage zu, aber ihr Weg zur Nominierung wird zunehmend aussichtslos. Sie plant, in ihrem Heimatstaat South Carolina weiterzumachen, doch auch dort führt Trump deutlich. Die länger Haley gegen Trump kämpft, desto mehr wird deutlich, dass es nicht nur um sie geht, sondern um die aussichtslose Auseinandersetzung der moderaten republikanischen Elite mit der nationalkonservativen Bewegung, die sich seit Jahren um Donald Trump formiert hat.


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