Das US-Verteidigungsministerium hat den ersten großen Test für Präsident Donald Trumps »Golden Dome«-Raketenabwehrsystem auf Ende 2028 angesetzt. Ziel des Projekts: ein massives, weltraumbasiertes Abfangnetz gegen feindliche Raketenangriffe – auch aus dem Orbit. Wie CNN berichtet, gilt der Zeitplan als extrem ambitioniert, da ein solches Konzept seit Jahrzehnten als technisch riskant eingestuft wird.
Ein ranghoher Pentagon-Beamter räumte ein: »Die Zahl der benötigten Satelliten, um eine erfolgreiche Abfangwahrscheinlichkeit zu erreichen, ist sehr hoch – gerade mit Blick auf die Fläche der kontinentalen Vereinigten Staaten.« Dennoch werde nun versucht, mit bestehenden Systemen schnell eine erste Funktionalität zu demonstrieren, um weitere Mittel einzuwerben.
Trump selbst kündigte bereits im Mai an, das System solle »noch vor Ende meiner Amtszeit« einsatzbereit sein – also vor Januar 2029. Dabei solle es »selbst Raketen aus dem All abfangen« können. Ein US-Beamter dämpfte die Erwartungen: Erste Funktionen seien bis dahin denkbar, ein vollumfänglicher Schutz eher nicht.
Industrie im Orbit: Musk, Bezos & Co. im Wettlauf um das All
Neben technischen Hürden stellen sich auch industriepolitische Fragen: Laut Reuters versucht die Trump-Regierung, neben Elon Musks SpaceX auch Amazon (mit dem »Project Kuiper«) und andere Rüstungskonzerne einzubinden. Doch trotz politischer Spannungen mit Musk bleibt SpaceX mit seiner Starlink-Erfahrung der Favorit für Startverträge.
General Michael Guetlein von der Space Force, der das Projekt leitet, betont die Herausforderung: »Die Physik funktioniert – aber können wir das System wirtschaftlich und in der nötigen Größenordnung umsetzen?«
Der geplante Testlauf trägt den Namen »FTI-X« – »Flight Test Integrated« –, was auf eine komplexe Erprobung mehrerer Sensoren und Waffensysteme hindeutet. Klar ist: Der Countdown läuft – nicht nur technisch, sondern auch politisch. Denn ein Erfolg vor der Wahl 2028 könnte zum symbolträchtigen »Space Win« für Trump werden.


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