Druck auf das Justizministerium

Trump will Epstein-Akten veröffentlichen – doch Richter blockiert

Der Präsident kündigt an, »alles« über Jeffrey Epstein freizugeben – sofern Unschuldige nicht geschädigt werden. Doch der Widerstand kommt aus dem Justizapparat selbst.

Donald Trump hat sich erneut deutlich zur Causa Epstein geäußert: Er wolle »alles veröffentlichen«, was der Staat über den verstorbenen Sexualverbrecher Jeffrey Epstein in Händen habe – solange dabei keine Unschuldigen gefährdet würden. Das sagte er in einem Interview mit Newsmax, wie Just the News berichtet.

Trumps Ankündigung ist eine Reaktion auf wachsenden öffentlichen Druck und massive Kritik an der schleppenden und intransparenten Aufarbeitung des Falls. Besonders heikel: Die vielzitierte »Kundenliste« Epsteins – auf der sich mutmaßlich einflussreiche Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur befinden sollen – wurde offiziell für »nicht existent« erklärt.

Trump beauftragte bereits im Juli Justizministerin Pam Bondi, die entsprechenden Grand-Jury-Protokolle freizugeben. Doch ein Richter in Florida blockierte diesen Schritt mit dem Hinweis auf rechtliche Präzedenzfälle. Auch die jüngsten Verhöre von Ghislaine Maxwell durch Trumps Stellvertreter im Justizministerium, Todd Blanche, lassen vermuten, dass hinter den Kulissen fieberhaft um Deals und Informationen gefeilscht wird.

»Ich will alles veröffentlichen«, so Trump im Interview, »aber ich will nicht, dass Menschen verletzt werden, die nicht verletzt werden sollten.« Damit spielt er auf mögliche Kollateralschäden an – etwa für Personen, die zwar im Umfeld Epsteins verkehrten, sich aber nichts zuschulden kommen ließen.

Trump betonte außerdem, dass er jederzeit die Möglichkeit hätte, Ghislaine Maxwell zu begnadigen – eine Option, von der bislang jedoch niemand offiziell Gebrauch gemacht habe.

Der Fall Epstein ist längst mehr als ein Justizskandal – er ist ein Lackmustest für Amerikas politischen Willen zur Aufklärung. Während die Öffentlichkeit auf Antworten wartet, verschanzt sich ein Teil des Establishments hinter juristischen Ausreden und der Angst vor Kontrollverlust. Sollte Trump mit seiner Forderung ernst machen, könnte dies weitreichende Folgen haben – sowohl für seine Gegner als auch für seine Unterstützer. Die Frage ist: Wird er es wirklich tun – oder bleibt es beim medienwirksamen Signal?

Sven von Storch

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