Steve Bannon hat offenbar genug: Der frühere Chefstratege von Donald Trump hält Papst Leo XIV für einen weiteren Vertreter der linken Kirchenlinie und bringt erstmals öffentlich ein mögliches Schisma ins Spiel.
Wie das portugiesische Jornal Económico berichtet, soll Bannon schon früh versucht haben, Einfluss auf das jüngste Konklave zu nehmen – mit dem Ziel, die Wahl eines dezidiert konservativen Papstes herbeizuführen. Bereits kurz nach seinem Ausscheiden aus dem Weißen Haus habe Bannon in Europa an einem Gegenprojekt gearbeitet: In einem italienischen Kloster in Trisulti plante er eine »akademische Kaderschmiede« für konservative Katholiken – mit Verbindungen zum Dignitatis Humanae Institut in Rom.
Bannons Plan: eine »geistige Elite« aufzubauen, die sich bewusst gegen den Kurs von Papst Franziskus stellt. Für ihn war Franziskus ein linker Globalist, der die Kirche ihrer Wurzeln beraubt. Die Hoffnung vieler konservativer Kreise ruhte daher auf dem nächsten Papst – doch Leo XIV enttäuschte.
»Auch er ist ein Linker«, soll Bannon laut italienischen Quellen gesagt haben. Dass Leo XIV Amerikaner sei, spiele keine Rolle: »Er wird sich nicht mit der neuen amerikanischen Führung verstehen – zu unterschiedlich sind die Weltsichten.«
Die Worte sind deutlich. Bannon, der unter Trump wie ein Kulturkämpfer agierte, spricht nun von einem möglichen Bruch: Traditionelle Katholiken könnten sich dauerhaft von der aktuellen Kirchenleitung trennen. Das Schisma sei nicht mehr nur Drohkulisse, sondern reale Option.
Wer die weltweite Polarisierung innerhalb der Kirche kennt, weiß: Der Bruch könnte näher sein, als Rom wahrhaben will.


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