Der neue Pontifex mischt sich ein:

Papst Leo XIV. empfängt Zelensky – und ruft Russland zur Geste des Friedens auf

Der Vatikan will zwischen Moskau und Kiew vermitteln – doch Putin blockiert.

Papst Leo XIV. hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Vatikan zu einer privaten Audienz empfangen. Dabei erneuerte das Oberhaupt der katholischen Kirche sein Friedensangebot an beide Konfliktparteien und erklärte sich bereit, sowohl ukrainische als auch russische Diplomaten zu Gesprächen im Vatikan zu empfangen – »im Dienst eines gerechten und dauerhaften Friedens«, wie Breitbart News berichtet.

Selenskyj lobte das Treffen als »große Ehre« und bedankte sich für die »Solidarität, Gebete und Vermittlungsbemühungen« des Papstes. Er äußerte sich offen für eine Vermittlung durch den Heiligen Stuhl, zeigte jedoch wenig Hoffnung, dass Russland unter Wladimir Putin auf entsprechende Angebote eingehen werde.

Der Vatikan teilte mit, Papst Leo habe betont, dass Dialog der bevorzugte Weg zur Beendigung der Feindseligkeiten sei. Bereits zuvor hatte der Papst mit Putin telefoniert und dabei eine Geste Russlands zur Förderung des Friedens eingefordert. Moskaus Antwort fiel vage aus – Putins Sprecher Peskow sprach lediglich von »Dankbarkeit« gegenüber dem Pontifex.

Seit Beginn seines Pontifikats im Mai hat Leo XIV. sich besonders der Friedensarbeit verschrieben. Schon bei seiner ersten Sonntagsansprache sprach er vom »Leiden des geliebten ukrainischen Volkes« und forderte politische Führer auf, den Weg des Krieges zu verlassen. Besonders setzt sich der Papst für ukrainische Kinder ein, die laut Kiew von Russland verschleppt und zur Umerziehung entführt wurden – es ist von bis zu 19.000 betroffenen Kindern die Rede.

Bei einem Besuch in einem Caritas-Kinderlager am 3. Juli rief der Papst die Kinder eindringlich auf: »Fangt nicht an, Hass zu säen. Lernt von klein auf, den anderen als ein Ebenbild zu erkennen.«

Ob diese Appelle in Moskau gehört werden, bleibt fraglich. Fakt ist: Der Vatikan streckt die Hand aus – doch der Kreml verweigert den Handschlag. Selenskyj hält das Angebot offen, den Papst in die Ukraine einzuladen und betonte erneut, dass der Wille zum Frieden auf ukrainischer Seite vorhanden sei.

Sven von Storch

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