Trump gegen Harris

Papst Franziskus und die Wahl der geringeren Übel

Papst Franziskus hat sich zur US-Präsidentschaftswahl geäußert und erklärt, dass er nicht wisse, ob Donald Trump oder Kamala Harris das größere Übel sei.

In einer fast 45-minütigen Pressekonferenz während seines Rückflugs von einer 12-tägigen Reise nach Indonesien und andere asiatische Länder hat Papst Franziskus seine Meinung zu den US-Präsidentschaftswahlen geäußert. Auf die Frage eines CBS-Reporters, ob Donald Trump oder Kamala Harris der schlechtere Kandidat sei, antwortete Franziskus, dass er es nicht wisse, da beide Positionen zu Migration und Abtreibung »anti-lebenswürdig« seien, berichtet LifeSiteNews.

»Migranten wegzuschicken, ihnen nicht die Möglichkeit zu geben, zu arbeiten oder ihnen keine Willkommensgesellschaft zu bieten, ist eine Sünde, es ist ernst«, sagte Franziskus. Diese Äußerungen scheinen eine Kritik an Donald Trump zu sein, der wiederholt die Verbrechen von Personen im US-amerikanischen illegalen Aufenthalt thematisiert hat und versprochen hat, bis zu 20 Millionen von ihnen abzuschieben, um die Sicherheit der amerikanischen Bürger zu gewährleisten.

Gleichzeitig sagte Franziskus: »Ein Baby von der Brust seiner Mutter zu entfernen, ist Mord, denn es gibt Leben.« Die Kirche »erlaubt keine Abtreibung, weil es Mord ist«, fügte er hinzu, was wohl eine Anspielung auf Harris’ offene Unterstützung für die Abtreibungspraxis ist.

In ihrem jüngsten Streitgespräch mit Trump äußerte Harris keine Position zu möglichen Einschränkungen der Abtreibung während des gesamten Schwangerschaftsverlaufs. Trump drängte sie darauf, klarzustellen, ob sie Abtreibungen im siebten, achten oder neunten Monat unterstützen würde, was von den Moderatoren der Debatte nicht angesprochen wurde.

Franziskus schloss, dass sowohl »der, der Migranten wegschickt«, als auch »der, der Babys tötet«, gegen das Leben seien. Er drückte seine Unsicherheit darüber aus, ob Wähler Trump oder Harris unterstützen sollten. »In der politischen Moral sagt man allgemein, dass es schlecht ist, nicht zu wählen; man muss wählen. Und man muss das geringere Übel wählen. Wer ist das geringere Übel, diese Dame oder dieser Herr? Ich weiß es nicht, jeder soll nach seinem Gewissen entscheiden«, erklärte er.

Franziskus sprach auch über die Beziehungen zu China, die Notwendigkeit des Friedens im Gazastreifen, seinen Wunsch nach Abschaffung der Todesstrafe und dass er Notre-Dame in Paris im Dezember nicht zur Wiedereröffnung besuchen werde.

Die Versuche von Franziskus, Abtreibung, die das direkte Töten unschuldigen Lebens darstellt und damit eine der vier Sünden ist, die zum Himmel schreien, mit Einwanderungsgesetzen zu vergleichen, die eine politische Frage sind, die nach den Fähigkeiten eines Landes angepasst werden muss, könnten in den kommenden Wochen zu Diskussionen innerhalb und außerhalb der katholischen Gemeinschaft führen.

 

Sven von Storch

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