Aufstand an Wählerbasis

Merz contra Lebensschutz

Nach einem folgenschweren Bundestagsauftritt von Friedrich Merz brodelt es in der Union – und die Lebensschutzfrage droht zum Grab der CDU zu werden.

Friedrich Merz hat einmal mehr das Kunststück vollbracht, das konservative Lager in Deutschland zu einen – allerdings nicht hinter sich, sondern gegen sich. Seine demonstrative Zustimmung zur Wahl einer linksradikalen Richterin mit abtreibungsfreundlicher Haltung hat lautstarken Protest ausgelöst und könnte die CDU an den Rand der inneren Zerreißprobe führen – wie NIUS in einem Video vom 11. Juli berichtet (hier ansehen).

Im Bundestag hatte Beatrix von Storch (AfD) den CDU-Vorsitzenden gefragt, ob er es mit seinem Gewissen vereinbaren könne, eine Richterin zu unterstützen, die öffentlich erklärt hatte, ein ungeborenes Kind habe selbst zwei Minuten vor der Geburt keine Menschenwürde. Merz’ Antwort: »Ja.« Diese eine Silbe entfesselte einen Sturm. Ausgerechnet dort, wo die CDU einst für das Lebensrecht der Ungeborenen einstand, applaudiert ihr Vorsitzender heute der kulturrevolutionären Linken.

Die Folge: Ein Aufstand an der Basis. Konservative Organisationen, Gemeinden, Schützenvereine, junge CDU-Abgeordnete – sie alle wenden sich empört von Merz ab. Nicht wegen irgendeiner Personalentscheidung, sondern wegen der grundsätzlichen Frage: »Babys töten – ja oder nein?« So brachte es ein Kommentator im NIUS-Studio auf den Punkt. In katholischen Wahlkreisen wie dem Hochsauerlandkreis, Münster oder Paderborn heiße es jetzt offen: »Für so eine Aussage kommt man in die Hölle.«

Die Richterwahl ist zum Lackmustest für das Gewissen der CDU geworden. 58 Abweichler genügen, um die linke Kandidatin zu verhindern. Der Druck ist enorm – denn wer heute für diese Ernennung stimmt, wird sich morgen kaum noch im Wahlkreis zeigen können.

Merz hat die Debatte unfreiwillig emotionalisiert – und den letzten Rest Glaubwürdigkeit verspielt, den seine Partei beim konservativen Publikum noch hatte. Wer bereit ist, den Lebensschutz für politische Macht zu opfern, hat kein Mandat mehr, sich als Christdemokrat zu bezeichnen. Die CDU steht am Abgrund. Und wenn sie jetzt nicht aufsteht, wird es bald niemanden mehr geben, der sie noch retten will.

Sven von Storch

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