Kardinal Gerhard Ludwig Müller Wachsender Widerstand gegen Papst Franziskus im Vatikan

Kardinal Müller über Trump_ Besser ein guter Protestant als ein schlechter Katholik

Kardinal Gerhard Ludwig Müller sieht in Donald Trump einen Hoffnungsträger für die katholische Kirche. Im Interview betont er, dass viele Kardinäle und Bischöfe seine Sicht teilen – doch aus Angst schweigen.

Kardinal Gerhard Ludwig Müller, ehemaliger Präfekt der Glaubenskongregation und eine der einflussreichsten Stimmen im konservativen Lager der katholischen Kirche, hat sich in einem Interview offen zu Donald Trump bekannt. »Mir persönlich ist Donald Trump lieber als Joe Biden«, erklärt er in der italienischen Zeitung Corriere della Sera, brichtet BILD. Dass Trump Protestant sei, störe ihn dabei nicht: »Besser ein guter Protestant als ein schlechter Katholik.«

Die Unterstützung des deutschen Kardinals für den ehemaligen und nun wieder amtierenden US-Präsidenten kommt zu einem brisanten Zeitpunkt. Papst Franziskus hatte Trump erst kürzlich für seine Massendeportationen von illegalen Migranten kritisiert. Doch Müller sieht gerade in Trumps Politik einen Schutz der christlichen Werte.

»Trump wird der Kirche helfen«

Müller ist überzeugt, dass Trump ein verlässlicher Partner für die katholische Kirche sei. »Er vertritt Werte des Naturrechts, etwa die Unverletzlichkeit des Lebens, die Bedeutung der Ehe und die Religionsfreiheit.« Anders als progressive Politiker sei Trump kein Vertreter eines übergriffigen Staates, der sich in alle Bereiche des Lebens einmischen wolle.

Der Kardinal verweist dabei auf persönliche Begegnungen mit Trump und dessen Vizepräsidenten J.D. Vance, den er als »ultrarechten Katholiken« beschreibt. Die Gespräche hätten ihn in der Überzeugung bestärkt, dass Trump eine Politik betreibe, die mit den Grundsätzen der katholischen Morallehre weitgehend im Einklang stehe.

Selbst die umstrittene Migrationspolitik Trumps bewertet Müller differenziert: »Wenn er Kriminelle wegschickt, ist das gut. Wenn er sie lediglich als Ausländer ausweist, nicht.« Damit widerspricht er der pauschalen Verurteilung Trumps durch den Vatikan.

Der geheime Widerstand im Vatikan

Müllers Aussagen machen deutlich, dass Trump nicht nur außerhalb der Kirche, sondern auch innerhalb des Vatikans Unterstützer hat. »Viele Kardinäle und Bischöfe denken wie ich, auch wenn sie Angst haben, es zu sagen.«

Diese Bemerkung ist besonders brisant, da sie auf einen wachsenden Widerstand gegen Papst Franziskus hindeutet. Der Pontifex hatte sich in der Vergangenheit immer wieder für liberale Positionen starkgemacht, sei es in der Migrationsfrage oder in der moralischen Bewertung gesellschaftlicher Entwicklungen.

Hinter den Mauern des Kirchenstaates gibt es jedoch seit Jahren eine Bewegung, die sich gegen die progressive Agenda des Papstes stellt. Besonders seit der Amtszeit Barack Obamas hat sich eine Annäherung konservativer Kirchenkreise an die Republikaner vollzogen. Denn während die US-Demokraten für Abtreibungsrechte und eine radikale Gender-Ideologie eintreten, sehen viele katholische Würdenträger in den Republikanern die letzte Bastion gegen die völlige moralische Auflösung der Gesellschaft.

Kardinal Müllers Unterstützung für Trump dürfte nicht ohne Folgen bleiben. Bereits jetzt stehen große Teile der US-Katholiken hinter dem Republikaner. Mit seiner erneuten Präsidentschaft könnte sich das Verhältnis zwischen Vatikan und Washington weiter verschlechtern – oder aber eine konservative Wende innerhalb der Kirche beschleunigen.

Während Papst Franziskus weiterhin gegen Trump wettert, ist klar: Innerhalb der katholischen Kirche wachsen die Stimmen, die eine Rückkehr zu traditionellen Werten fordern. Und Donald Trump könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen.

Sven von Storch

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