»Hat denn niemand aus dem Nürnberger Kodex gelernt?«

Jüdische Autorin vergleicht Kanadas Impfkritiker-Hass mit Nazi-Rhetorik

Die in Kanada geborene Diane Bederman nannte Trudeau einen »scheinheiligen, selbstsüchtigen, selbstgerechten, unfähigen, unethischen, unmoralischen und korrupten Mann, der sich jetzt gerechtfertigt fühlt«.

Die in Kanada geborene jüdische Autorin Diane Bederman hat Premierminister Justin Trudeau als einen »unmoralischen« und »bösen Mann« bezeichnet, weil er die Impfstofffreiheit ins Visier genommen hat und sagt, dass die Lehren aus den Nürnberger Prozessen vergessen wurden, berichtet LifeSiteNews.

»Wir schreiben das Jahr 2022 und unsere Politiker machen die Nichtgeimpften zum Sündenbock und geben ihnen die Schuld am Fortschreiten der Pandemie. Wie andere böse Führer spalten sie eher, als dass sie vereinen«, schrieb Bederman in einem Meinungsbeitrag vom 10. Januar mit dem Titel Is Comparing Covid Policies with the policies of Nazi Germany Antisemitic?, der von der New Yorker orthodoxen jüdischen Zeitung JewishPress veröffentlicht wurde.

»Sie fördern eher Angst als Mut und Stärke. Sie heben eine Gruppe gegen eine andere auf. Sie ignorieren die Lehren, die wir aus dem Zweiten Weltkrieg hätten ziehen sollen.«

Im Laufe des Artikels zog Bederman einen direkten Vergleich zwischen der Rhetorik des Nazi-Deutschlands der 1930er Jahre, die sich gegen die Juden richtete, und dem, was die Politiker bisher im Namen der Bekämpfung der Corona-Krise gegen die Impfgegner unternommen haben.

»Glaubt heute irgendjemand, dass die Deutschen eine Ahnung von den Folgen ihres Gehorsams hatten? Dass es zur Shoah führen würde? Sie befolgten einfach die Befehle, ich meine Erlasse, ihrer Politiker; ein Erlass nach dem anderen; sie gaben eine Freiheit nach der anderen auf«, fügte Bederman hinzu.

Bederman erinnerte daran, wie im Nazi-Deutschland der 1930er Jahre die Juden mit den »Nürnberger Gesetzen, dem Reichsbürgergesetz und dem Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre von 1935 zum Sündenbock gemacht wurden; sie durften nicht geduldet werden.«

»Hier ist Justin Trudeau, ein scheinheiliger, selbstsüchtiger, selbstgerechter, unfähiger, unethischer, unmoralischer und korrupter Mann, der nun das Böse zu dieser Liste hinzufügen kann«, schrieb Bederman.

Im September bezeichnete Trudeau in einem Fernsehinterview, das sich inzwischen verbreitet hat, Kanadier, die sich gegen die experimentelle Corona-Impfung entschieden haben, als »Extremisten«, »Rassisten« und »Frauenfeinde«, die die Wissenschaft leugnen.

Trudeau sagte über die Impfgegner: »Sie sind Extremisten, die nicht an die Wissenschaft glauben, sie sind oft Frauenfeinde und oft auch Rassisten. Es ist eine kleine Gruppe, die sich einmischt, und wir müssen eine Entscheidung treffen, was die Führer und das Land betrifft. Tolerieren wir diese Leute?«

Trudeau hat mit Wirkung vom 1. Dezember 2021 ein Verbot für Kanadier über 12 Jahren erlassen, die sich nicht impfen lassen wollen, mit dem Flugzeug, dem Schiff oder dem Zug zu reisen.

Bederman: »Hat denn niemand den Nürnberger Kodex gelernt?«

In dem Meinungsbeitrag stellte Bederman fest, dass es nicht antisemitisch sei, die »Corona-Politik mit der Politik von Nazi-Deutschland« zu vergleichen.

»Ich sage Ihnen, dass es antisemitisch ist, die beiden nicht zu vergleichen. Es bedeutet, dass wir die Lehren vergessen haben, die wir aus den Nürnberger Prozessen hätten ziehen sollen. Prozesse, die das Ergebnis der Nazi-Politik waren, die zur Ausrottung von 6 Millionen Juden geführt hatte«, schrieb Bederman.

»Die Prozesse deckten den Missbrauch der Medizin durch böse Ärzte wie Mengele auf, was zum Nürnberger Kodex führte, der medizinische Zwangsmaßnahmen verbietet, und zur Nürnberger Verteidigung, die einem das Recht und die Pflicht gibt, sich zu weigern, unmoralische und unethische Befehle zu befolgen, egal wer den Befehl gibt.«

»Ist das das Problem? Wir haben eines der wichtigsten Dokumente, das jemals über die Unantastbarkeit allen Lebens geschrieben wurde, ignoriert, weil wir gesehen haben, wie leicht menschengemachte Gesetze das Dunkle in uns zum Vorschein bringen.  Ein Dokument, das die Ermordeten ehrte und die Erinnerung an sie wachhielt, und jetzt haben wir Staatsoberhäupter, die sich wie Nazis verhalten«, fügte Bederman hinzu.

Sven von Storch

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