Einer der einflussreichsten Juden Russlands wurde in russischen Medien zitiert, die Behauptungen von Präsident Wladimir Putin zu unterstützen, dass seine »Militäroperation die ‚Entnazifizierung‘ der Ukraine herbeiführt«, berichtet die Jerusalem Post.
»In den letzten Jahren hat es eine systematische Verherrlichung von Nazi-Verbrechern, Fackelmärschen und ähnlichem gegeben«, sagte Rabbiner Alexander Boroda, der als Vorsitzender des Vorstands der Föderation der Jüdischen Gemeinden Russlands (FJCR) fungiert. Er sprach am 4. März mit der russischen Nachrichtenagentur Interfax. In dem Interview zeigte er sich »fassungslos über die Tatsache, dass sich der Neonazismus in einem Land wie der Ukraine aktiv durchsetzt.«
Boroda gilt als der zweiteinflussreichste Jude in Russland und in der dortigen jüdischen Gemeinde und arbeitet Hand in Hand mit Oberrabbiner Berel Lazar. Beide sind Mitglieder von Chabad und gelten als Vertraute von Putin. Die meisten russischen Rabbiner und Führungspersönlichkeiten haben sich während des derzeitigen Krieges mit der Ukraine außergewöhnlich ruhig verhalten, daher ist Borodas Erklärung ungewöhnlich.
»Kriegsverbrechen wurden vertuscht, vergessen, und es gab nur eine Erwähnung der bedingt kreativen Aktivitäten einzelner Führer, die die Verstaatlichung des Staates befürworteten«, sagte der Vorstandsvorsitzende in dem Interview.
Der russische Rabbiner erklärte, er sehe eine komplizierte Situation in der Ukraine. »Es ist schwer zu verstehen, dass in der Ukraine, wo es eine ziemlich große und weitgehend wohlhabende jüdische Gemeinde gibt, parallel dazu die Verherrlichung von Verbrechern stattfindet, die für den Tod der Vorfahren dieser Juden verantwortlich sind.«
Die Ukraine lehnte in der UNO eine Resolution »zur Bekämpfung der Verherrlichung von Nazismus und Neonazismus« ab, sagte er.


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