Nach der Ernennung: Mojtaba Khamenei erscheint nicht einmal auf seiner eigenen Kundgebung

Irans neuer "Führer" versteckt sich – Regime zeigt erste Risse

Während Tausende Anhänger in Teheran seine Machtübernahme feiern sollen, bleibt Irans neuer Oberster Führer Mojtaba Khamenei verschwunden. Beobachter sprechen von Angst, Machtkämpfen und einem zunehmend fragilen Regime.
 

Bild: Mojtaba Khamenei, Wikimedia Commons


Ein Führer, der nicht erscheint

Die Szene hätte kaum symbolischer sein können. Tausende Menschen versammelten sich auf dem Enghelab-Platz in Teheran, um die Ernennung von Mojtaba Khamenei zum neuen Obersten Führer Irans zu feiern. Doch der Mann, um den sich alles drehen sollte, fehlte.

Stattdessen stand auf der Bühne lediglich ein Porträt – halb so groß wie das seines verstorbenen Vaters, Ajatollah Ali Khamenei. Während der tote Revolutionsführer im Mittelpunkt der Inszenierung stand, blieb sein Nachfolger unsichtbar.

Seit Beginn des Krieges mit den USA und Israel wurde Mojtaba Khamenei öffentlich nicht mehr gesehen. Beobachter spekulieren daher, ob er verwundet ist oder sich aus Angst vor weiteren Angriffen tief in einem Bunker versteckt.

Ein "Erbe" ohne Charisma

Für viele Iraner wirkt die Machtübernahme ohnehin wie ein Akt politischer Vetternwirtschaft. Mojtaba Khamenei, der Sohn des verstorbenen Ajatollahs, gilt nicht als charismatischer religiöser Führer, sondern als Produkt der Machtstrukturen innerhalb des Regimes.

Der Iran-Experte Khosro Isfahani formulierte es drastisch: Der neue Oberste Führer habe „die Ausstrahlung einer gekochten Kartoffel“.

Seine Ernennung sei vor allem dem Einfluss der mächtigen Revolutionsgarden zu verdanken. Diese wollten offenbar einen schwachen Kandidaten an der Spitze sehen, der sich leicht kontrollieren lässt.

Machtkampf hinter den Kulissen

Tatsächlich deutet vieles darauf hin, dass die entscheidenden politischen Figuren Irans ihre eigene Position sichern wollen, während Mojtaba Khamenei die Rolle eines Übergangsführers spielt.

Besonders zwei Männer gelten derzeit als einflussreich: Ali Larijani, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, und Parlamentspräsident Mohammad Ghalibaf.

Beide könnten davon profitieren, wenn Khamenei als politischer Blitzableiter fungiert. Während er offiziell an der Spitze steht, behalten andere die tatsächliche Kontrolle über die Machtstrukturen des Landes.

Ein Regime unter Druck

Der Zeitpunkt dieser Machtverschiebung ist alles andere als günstig für Teheran. Der Krieg mit den USA und Israel hat das Regime bereits erheblich geschwächt. Luftschläge gegen iranische Infrastruktur und militärische Einrichtungen haben die Stabilität des Systems erschüttert.

Auch international wächst der Druck. US-Präsident Donald Trump erklärte offen, Mojtaba Khamenei sei als neuer Führer "nicht akzeptabel". Ohne Zustimmung Washingtons, so die Drohung, werde seine Herrschaft kaum Bestand haben.

Solche Aussagen zeigen, wie stark der Iran inzwischen außenpolitisch unter Druck geraten ist.

Symbol eines erschütterten Systems

Dass ein neuer Oberster Führer nicht einmal bei seiner eigenen Machtdemonstration erscheint, ist mehr als eine Kuriosität. Es ist ein Symbol für ein Regime, das zunehmend nervös wirkt.

Der Iran wurde jahrzehntelang von religiöser Autorität und revolutionärer Symbolik zusammengehalten. Doch wenn der Nachfolger des Ajatollahs sich bereits zu Beginn seiner Herrschaft verstecken muss, stellt sich eine unbequeme Frage:

Ob das System, das die Islamische Republik seit 1979 getragen hat, noch lange stabil bleiben kann.

Sven von Storch

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Kommentare

Else Schrammen

13.03.2026 | 14:34

Meinetwegen kann der neue "Oberste Führer" ohne Charisma daherkommen und nur eine Schachfigur der "Revolutionsgarden" sein, in der Regierung jetzt ein Hauen und Stechen losgehen, alles egal. Hauptsache: Keine A-Bombe!

Eigentlich vollkommen egal ,ob ein geistlich toller Ajatollah oben steht oder mehrere Führer der      "Revolutionsgarden" unten stehen  .Solange sie stehen können geht es weniger um Ajatollah sondern immer um den Dollar und Machtansprüche  ..Aja !

 Je Dollar desto tollar ! Die bösen Börsen im satanischen Systempoker  springen rauf und runter ,fragt sich wer eigentlich ganz oben steht ?

Ich denke damals vor ca 2000Jahren ging der geistige System-Riß durch den Vorhang im Tempel,was besagt ,dass Israel vorerst nicht mehr Gottes Volk ist ,doch zum Ende wieder sein wird .Das bis dahin eine geistige UMkehr sein wird ,sagt die Bibel nur von Wenigen voraus ,welche vermutlich aber alle umgebracht werden ,wenn sich der neue Messias "im Tempel (Gottes ) auf den Thron(in seine Gemeinde /Volk)  setzt ;.......dann aber weggerafft wird ,wie viele Andere auch ,damit endlich Frieden auf Erden kommt . (Nachzulesen im WORT )

Der ist bestimmt schon in New York und hält Brandreden.Mal im ernst ,ist ein grosser Anschlag in den USA wieder möglich?Ich glaube ja denn Schläfer Weltweit warten nur darauf loszulegen.

Ekkehardt Fritz Beyer

14.03.2026 | 10:18

... „Beobachter sprechen von Angst, Machtkämpfen und einem zunehmend fragilen Regime.“ ...

Könnte damit nicht auch die EU gemeint sein?https://www.youtube.com/watch?v=u_PXeYBWzrI 

Holt der Göttin(?) Flinten-Uschi nicht ganz besonders auch deshalb immer mehr Muslime nach Deutschland, weil viele von ihnen den Westen ablehnen und die USA nicht mögen? https://www.youtube.com/watch?v=59tWRIpySbU

Ja mei, klar(?): Auch „Deutschland verrecke“ ist Kunst im Sinne der Verfassung“??? 

https://www.welt.de/politik/deutschland/plus69b00fbeca6b6b557f225c38/wolfram-weimer-und-der-buchhandel-auch-deutschland-verrecke-ist-kunst-im-sinne-der-verfassung.html

 

Ekkehardt Fritz Beyer

15.03.2026 | 10:02

... „Regime zeigt erste Risse“!!! ...

Tatsächlich?

... „Einleitend räumt Ex-Pentagon-Berater, Ex-MIT-Professor Theodore Postol ein, dass er die Effektivität der iranischen Gegenangriffe unterschätzt habe. Trotz massiver Schäden durch US-amerikanische und israelische Angriffe habe Iran schon in den frühen Phasen des Konflikts "spektakulär erfolgreich zurückgeschlagen – härter und effektiver" als erwartet.“ ... https://rtde.team/der-nahe-osten/273154-top-us-experte-iranische-raketen/

Nachdem die Frage „Wie stark hat Iran US-Militärstützpunkte beschädigt?“ längst auch fürs Pentagon beantwortet ist https://rtde.team/der-nahe-osten/273337-wie-stark-hat-iran-us/:

Bat der Donald etwa vor Allem deshalb seinen Freund Wladimir Wladimirowitsch nun um Ausweg aus dem Iran-Krieg???https://www.youtube.com/watch?v=tAgW95GMv8g 

Die europäischen Staaten könnten Israel und die USA finanziell wesentlich mehr unterstützen, wenn sie die jährlichen Milliardenzahlungen anstatt der Hamas und der Hisbollah Israel und den USA zukommen lassen würden.

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