Das Vatikan-China Abkommen hat neues Opfer

Hongkongs Kardinal Zen wegen angeblicher Kollaboration mit Ausland verhaftet

Kardinal Zen ist 90 Jahre alt und ein ausgesprochener Kritiker des drakonischen nationalen Sicherheitsgesetzes von Hongkong.

Kardinal Joseph Zen, der emeritierte Bischof von Hongkong, ist Berichten zufolge von der Polizei in Hongkong verhaftet worden, wie LifeSiteNews berichtet.

Lokale Nachrichtenagenturen berichten, dass »Quellen« zufolge der 90-jährige Kardinal Zen am 11. Mai zusammen mit der prominenten ehemaligen Oppositionsabgeordneten Margaret Ng Ngoi-yee und der Sängerin Denise Ho Wan-sze wegen »angeblicher Kollaboration mit ausländischen Kräften« verhaftet wurde.

Eine vierte Person, Xu Baoqiang, wurde am Abend des 10. Mai verhaftet, als er Hongkong gerade verlassen wollte.

Die Hongkonger Sicherheitspolizei hat die vier angeblich wegen ihrer Rolle als Treuhänder des 612 Humanitarian Relief Fund verhaftet. Der fünfte Treuhänder, Cyd Ho Sau-lan, befindet sich bereits wegen »illegaler Versammlungen« im Gefängnis und wurde nicht erneut verhaftet, wie die South China Morning Post berichtet.

Der Fonds wurde eingerichtet, um denjenigen, die 2019 an den Protesten gegen das Auslieferungsgesetz der Regierung beteiligt sind, das die Überstellung von Gefangenen nach China zum Zwecke der Gerichtsverhandlung ermöglichen würde, »rechtliche, medizinische, psychologische und finanzielle Unterstützung« zu bieten.

Kardinal Zen und seine drei Mitstreiter sind Berichten zufolge noch nicht angeklagt worden und werden weiterhin zur Befragung festgehalten.

Die Verhaftung wurde Berichten zufolge durch Hongkongs drakonisches Gesetz zur nationalen Sicherheit ermöglicht, das im Jahr 2020 verabschiedet wurde. Die Polizei ermittelt seit September 2021 gegen den 612 Fund, weil er angeblich gegen das Gesetz zur nationalen Sicherheit verstoßen hat. Der 612 Fund kündigte Ende 2021 an, dass er seine Tätigkeit zum 31. Oktober 2021 einstellen werde, zum Teil aufgrund des neuen Gesetzes, aber auch, weil die Bank, bei der die Spendengelder für den Fonds liegen, das Geld »eingefroren« hatte.

Das Gesetz zur nationalen Sicherheit wurde am 30. Juni 2020 in Kraft gesetzt, was zu Massenprotesten unter den Einwohnern führte und von vielen kritisiert wurde, darunter auch von der Abtreibungsorganisation Amnesty International. Laut BBC kriminalisiert das noch immer geheime Gesetz »Sezession, Subversion und Kollusion mit ausländischen Kräften«.

Kardinal Zen hat bereits zugegeben, dass er bereit wäre, unter den Bedingungen des neuen Gesetzes ins Gefängnis zu gehen, und sagte: »Wenn rechte und angemessene Worte als gegen ihr Gesetz angesehen werden, werde ich alle Klagen, Prozesse und Verhaftungen ertragen.«

 

Sven von Storch

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