In einem Kommentar auf LifeSiteNews* untersuchte der Vize-Präsident der Lebensschutzseite, Gualberto Garcia Jones, den Ukraine-Krieg aus ethischer Sicht. Fazit: es handelt sich nicht um einen gerechten Krieg und die Invasion der Ukraine muss abgelehnt werden. Sechs Punkte müssen bei der Analyse, ob ein Krieg gerecht sei, untersucht werden. Hier die Aufgliederung von Jones:
Gerechter Grund
»Wladimir Putin behauptet, dass die ukrainischen Annäherungsversuche an die EU und die NATO die russische Souveränität bedrohen und dass daher die Invasion und Annexion der Ukraine ein gerechter Grund ist. Dies ist eine sehr schwache Behauptung, um es gelinde auszudrücken.
Militärisch liegt die Ukraine zwischen den militärischen Einflusssphären der Russischen Föderation - die mit dem Iran, Venezuela und dem kommunistischen China zusammenarbeitet - und der NATO, der Organisation des Nordatlantikvertrags unter Führung der Vereinigten Staaten und des Vereinigten Königreichs. Angesichts der Geschichte der Ukraine und der Tatsache, dass sich viele lebende Ukrainer noch an ihre Eltern oder Großeltern erinnern, die den Holodomor (den erzwungenen Hungertod von 4-7 Millionen Ukrainern) durch ihre sowjetischen/russischen Nachbarn überlebten oder umkamen, ist die Entscheidung glasklar.«
Letzter Ausweg
»Während Putin behauptet, das Minsker Abkommen sei verletzt worden, ist die Wahrheit, dass die Vereinbarungen immer brüchig und unnötig kompliziert waren und von keiner Seite vollständig eingehalten wurden. Natürlich haben die Ukrainer, wie jede andere moderne Nation in einer historisch komplexen Region, das Recht, ihre derzeitige international anerkannte territoriale Integrität zu wahren und nicht zuzulassen, dass ihre Nachbarn sie mit Gewalt untergraben. Unabhängig davon war die überwältigende Gewaltanwendung Putins gegenüber der gesamten Ukraine, nicht nur gegenüber den Grenzregionen, niemals das letzte Mittel zur Beilegung des anhaltenden Konflikts in der ukrainischen Region Donbas.«
Von einer ordentlichen Behörde deklariert
»Wie immer sind die ersten Opfer eines Tyrannen die Menschen, die unter seiner Knute leben müssen.
Obwohl Putin nach internationalem Recht als rechtmäßiges Staatsoberhaupt anerkannt ist, spricht vieles dafür, dass seine Autorität aufgrund des weit verbreiteten Betrugs und der Korruption, die zu seinen wiederholten Wahlen führten, unrechtmäßig ist. In Wladimir Putins Russland führen die Wahlen immer zum gleichen Ergebnis: ein komfortabler Sieg für Putin und eine kontrollierte Opposition in der kommunistischen Partei, die immer den zweiten Platz belegt. Bedeutende politische Gegner werden inhaftiert oder getötet oder beides.«
Richtige Absicht und begründete Aussicht auf Erfolg
»Putin ist ein ehemaliger KGB-Agent, der in der Sowjetunion andere um ihren Lebensunterhalt betrogen hat und sich dann durch Ernennung zum russischen Präsidenten durchmanövriert hat. Sein Griff nach der Macht wurde nicht durch gute Regierungsführung, Aufrichtigkeit und Popularität gestärkt, sondern durch die Beseitigung der Meinungsfreiheit nach sowjetischem Vorbild, die Förderung von Propaganda und die Schwächung aller unabhängigen Institutionen. Die einzige Absicht, die wir bei allen Handlungen Putins sicher unterstellen können, ist daher der Wille zur Macht im physischen und politischen Sinne. Welche guten Absichten könnte Putin verfolgen, wenn er gewaltsam in ein Nachbarland eindringt, das ihn dort nicht haben will? Keine.«
Verhältnismäßigkeit
»Damit ein Krieg gerecht ist, müssen die eingesetzten Mittel in einem angemessenen Verhältnis zu dem angestrebten Ziel stehen. Da das erste Element eines gerechten Grundes in diesem Krieg nicht gegeben ist, würde jede Gewaltanwendung als unverhältnismäßig angesehen werden. Die Tatsache, dass eine massive einseitige militärische Invasion eines souveränen Staates viele Hunderte von zivilen Opfern und eine Million oder mehr Flüchtlinge zur Folge hat, bedeutet, dass Putins Vorgehen absolut unverhältnismäßig ist.«
Jedes Element muss erfüllt sein, damit ein Krieg als gerecht angesehen werden kann. Im Falle des russischen Krieges gegen die Ukraine ist keine der Voraussetzungen erfüllt.
Viele in konservativen Kreisen argumentieren, dass wir darauf achten müssen, Russland nicht in einen dritten Weltkrieg zu provozieren. Dieser Aussage stimme ich voll und ganz zu, aber sie darf nicht mit einer Beschwichtigung Putins gleichgesetzt werden. Wenn es um Konservative und Putin geht, höre ich Anklänge an Chamberlains »Frieden für unsere Zeit«. Aber als Konservativer, amerikanischer Patriot und Freiheitsliebhaber glaube ich an Reagans »Frieden durch Stärke«.
*Der Autor fügte hinzu: »Ich schreibe diesen Artikel jetzt, um Russlands Einmarsch in die souveräne Ukraine direkt und unmissverständlich zu verurteilen. Glücklicherweise ist LifeSiteNews eine Publikation mit der journalistischen Integrität, auch andere Standpunkte zu veröffentlichen. Diese Meinung ist meine eigene und nicht unbedingt die Meinung von LifeSiteNews oder seiner Mitarbeiter.«


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