Neues Interview mit Tucker Carlson

Elefant im Raum_ Trumps Ukraine-Unterhändler spricht aus, was keiner sagen will

Steve Witkoff sieht die russisch kontrollierten Ostgebiete als Schlüsselfrage für den Frieden – und stellt Zelenskyls politische Zukunft infrage.

n einem neuen Interview mit Tucker Carlson hat Steve Witkoff, Trumps Sondergesandter für den Nahen Osten und inoffizieller Unterhändler im Ukraine-Konflikt, die heikelste Frage der Kriegsdiplomatie offen angesprochen: den künftigen Status der von Russland kontrollierten ostukrainischen Gebiete. Wie ZeroHedge berichtet, bezeichnete Witkoff die Situation in Donezk, Luhansk, Cherson, Saporischschja und auf der Krim als den sprichwörtlichen »Elefanten im Raum«, über den niemand sprechen wolle – obwohl genau hier der Schlüssel zum Frieden liege.

»Es gab Referenden, bei denen sich eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung für die Zugehörigkeit zu Russland ausgesprochen hat. Sie sprechen Russisch. Russland kontrolliert diese Regionen militärisch wie politisch«, so Witkoff gegenüber Carlson. Dass er die Namen der betroffenen Regionen nur mühsam zusammenbekam, unterstreicht dabei unfreiwillig, wie wenig der Westen über die konkreten Realitäten vor Ort sprechen möchte – obwohl sie für die Lösung des Konflikts entscheidend sind.

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Seit Beginn der russischen Offensive im Februar 2022 hat der Kreml wiederholt betont, dass die genannten Regionen »für immer russisch« seien. Die Ukraine hingegen hält offiziell an der vollständigen Rückeroberung fest – eine Position, die jedoch zunehmend in Frage gestellt wird. Witkoff deutete an, dass es in Washington, insbesondere im Umfeld Donald Trumps, ein wachsendes Bewusstsein dafür gebe, dass die Ukraine diese Gebiete nicht zurückerlangen werde. Dementsprechend solle man »realistisch« verhandeln – ein Wink an Selenskyj, der innenpolitisch kaum überleben dürfte, wenn er einen solchen Verlust offiziell anerkennt.

Laut Witkoff steht genau diese politische Blockade in Kiew einem Friedensschluss im Weg: »Kann Selenskyj politisch überleben, wenn er das zugibt?« Eine rhetorische Frage, deren Antwort klar scheint. Dabei mehren sich inzwischen auch Berichte, dass die USA die Ukraine intern zu Kompromissbereitschaft drängen – insbesondere in Bezug auf territoriale Zugeständnisse.

Während sich der politische Westen noch öffentlich an die Parole vom ukrainischen Sieg klammert, verhandeln Trump-nahe Kreise bereits über das, was tatsächlich zu einer Beendigung des Krieges führen könnte: die internationale Anerkennung neuer Realitäten. Witkoffs Aussage macht deutlich: Nicht die militärische Lage, sondern die ideologische Verbohrtheit der Eliten in Washington, Brüssel und Kiew hält den Frieden derzeit auf.

Carlson, der sich in jüngster Zeit verstärkt geopolitischen Fragen widmet, dürfte mit diesem Interview einen weiteren Nerv getroffen haben – und legt offen, dass sich die amerikanische Außenpolitik unter Trump dramatisch vom aktuellen Kurs der Biden-Regierung unterscheidet. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, ob die Ukraine Territorium verliert – sondern nur noch, wann sie es öffentlich eingesteht.

Sven von Storch

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