China fordert unmissverständlich »Kontinuität«

Der Mann Chinas im Vatikan_

Warum Kardinal Parolin zum gefährlichsten Kandidaten des Konklaves werden könnte.

Wie der Vatikanexperte Damien Thompson @HolySmoke auf X berichtet, hat das chinesische Außenministerium vergangene Woche unmissverständlich »Kontinuität« in den Beziehungen zum Vatikan gefordert – kurz nach dem Tod von Papst Franziskus und unmittelbar vor dem Konklave. Diese Forderung ist kein diplomatischer Zufall, sondern ein deutliches Zeichen: Gemeint ist Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Der erfahrene Kurienmann und Diplomat, der seit 2013 als »zweiter Mann im Vatikan« gilt, steht wie kein anderer für die umstrittene China-Politik der Ära Bergoglio

Parolin war maßgeblich an jenem geheimen Abkommen mit Peking beteiligt, das der Kommunistischen Partei Chinas die Mitbestimmung bei der Ernennung katholischer Bischöfe in China einräumt. Ein »historischer Schritt«, so hieß es damals im offiziellen Vatikanjargon – in Wahrheit jedoch ein gefährlicher Kuhhandel, der nicht nur das Vertrauen zahlreicher Untergrundkatholiken in China erschüttert hat, sondern auch zu geopolitischen und moralischen Verwerfungen führte.

Denn während sich Chinas KP offen zum Totalitarismus bekennt, Religionsfreiheit unterdrückt und Christen verfolgt, übt sich der Vatikan in vornehmer Zurückhaltung. Parolin, der als ruhiger, höflicher Pragmatiker gilt, verteidigte den Pakt als »kleineres Übel« im Dienste langfristiger Diplomatie. Seine Kritiker hingegen nennen ihn »Chinas Mann« – nicht nur hinter vorgehaltener Hand.

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.