Papst Franziskus hat in seiner neuen Autobiografie Hope bestätigt, dass sein Vorgänger Benedikt XVI. ihn mit detaillierten Informationen über Missstände im Vatikan konfrontiert hat. »Er übergab mir Dokumente, die die schwierigsten und schmerzhaftesten Situationen betrafen: Missbrauchsfälle, Korruption, dunkle Machenschaften, Fehlverhalten«, schreibt Franziskus in seinem Buch. Doch anstatt die von Benedikt ans Licht gebrachten Missstände anzugehen, hat sich der amtierende Pontifex offenbar entschieden, die Augen zu verschließen. Das berichtet LifeSiteNews.
Bereits 2012 hatte Benedikt eine Kommission aus drei Kardinälen beauftragt, die sogenannten »Vatileaks«-Skandale zu untersuchen. Der Bericht dieser Untersuchung blieb unter Verschluss, doch Berichten zufolge soll er Hinweise auf weitreichende Korruption und einen einflussreichen »lavender mafia«-Kreis innerhalb der römischen Kurie enthalten haben.
Nach seiner Wahl im Jahr 2013 traf sich Franziskus mit seinem Vorgänger Benedikt in Castel Gandolfo – auf dem Tisch ein weißer Karton, prall gefüllt mit brisanten Dokumenten. Doch trotz der eindeutigen Hinweise und der dringenden Empfehlung seines Vorgängers, endlich durchzugreifen, blieb Franziskus' Pontifikat in dieser Hinsicht erschreckend passiv.
Verschleppte Reformen und Ignoranz gegenüber dem Skandal
Statt die Korruption auszurotten, wurden die Berichte und Enthüllungen über dunkle Geschäfte und interne Seilschaften in den vergangenen zwölf Jahren weitgehend ignoriert. Kritiker werfen Franziskus vor, lieber auf »Dialog« zu setzen, während sich die Machenschaften innerhalb der Kurie ungehindert fortsetzen.
In der Vergangenheit gab es immer wieder Berichte über Skandale, von zwielichtigen Finanztransaktionen bis hin zu sexuellen Missbrauchsfällen, die von den höchsten Ebenen der Kirche gedeckt wurden. Doch statt Transparenz und Gerechtigkeit setzte Franziskus auf Beschwichtigung und wohlklingende Appelle an die Barmherzigkeit – ohne wirkliche Konsequenzen für die Verantwortlichen.
Der nächste Papst steht vor einer gewaltigen Herausforderung
Die Enthüllungen in Hope werfen Fragen auf, die nicht mehr ignoriert werden können: Wieso hat Papst Franziskus nicht gehandelt? Wo sind die versprochenen Reformen geblieben? Und wie tief reicht das Netz der Korruption, das anscheinend sogar den Nachfolger Petri lähmt?
Ein zukünftiger Papst wird sich diesen drängenden Fragen stellen müssen. Wie viele Gläubige wird er noch überzeugen können, wenn sich zeigt, dass auch unter Franziskus' Pontifikat wenig gegen die dunklen Machenschaften unternommen wurde? Die katholische Kirche steht vor einem Scheideweg: Entweder wird endlich reiner Tisch gemacht, oder die Glaubwürdigkeit des Vatikans wird weiter erodieren.
Wer immer Franziskus als Pontifex nachfolgt, wird sich der Aufgabe stellen müssen, die seit 2013 ungenutzt gebliebenen Reformchancen endlich zu nutzen und die Missstände im Vatikan kompromisslos aufzudecken. Andernfalls bleibt die katholische Kirche ein zerstrittenes Schiff, das Gefahr läuft, in den Stürmen der Moderne unterzugehen.


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