Eine Enthüllungsjournalistin, die sich als 13-jähriges Mädchen ausgab, hat die »gefährliche« Metaverse-App aufgedeckt, die es Kindern ermöglicht, virtuelle Stripclubs zu betreten, simulierten Sex zu sehen und eine Reihe von unangemessenen und »unaussprechlichen« Themen zu erfahren, berichtet The Post Millennial.
Die BBC News-Journalistin Jess Sherwood erstellte ein gefälschtes Profil, um ein Konto einzurichten, bei dem ihre echte Identität nicht überprüft wurde, und verwendete eine App mit einer Mindestaltersfreigabe von 13 Jahren.
Im VRchat konnte die Forscherin Virtual-Reality-Räume besuchen, in denen 3D-Avatare zu sehen waren, die Sex simulierten. Ihr wurden Sexspielzeuge und Kondome gezeigt, und sie sagte, sie sei von zahlreichen erwachsenen Männern angesprochen worden.
Die App wurde zwar nicht von Meta selbst entwickelt, kann aber über den App Store auf das Meta Quest-Headset, das früher als Oculus Quest bekannt war, heruntergeladen werden. Bei der App gibt es keine Altersüberprüfung, die Person muss lediglich ein Facebook-Konto besitzen.
Nicht alle VRchat-Räume enthalten explizite Inhalte, einige sind McDonald‘s-Restaurants, andere Räume beinhalten Pole-Dancing und Strip-Clubs, in denen sich Kinder frei unter Erwachsene mischen können, ohne dass eine Überprüfung auf altersbeschränkte Inhalte stattfindet.
Sherwood sagte, einige der Räume ähnelten dem, was man im Rotlichtviertel in Amsterdam oder in den zwielichtigen Vierteln von Londons Soho bei Nacht sehen könnte.
Laut BBC erzählte ein Mann dem Forscher, dass Avatare »sich ausziehen und unaussprechliche Dinge tun können«. Andere sprachen von »erotischen Rollenspielen«.
Die Journalistin erlebte während ihrer Zeit in der App auch Pöbeleien, rassistische Beleidigungen und eine Vergewaltigungsdrohung.
Catherine Allen, die das Beratungsunternehmen Limina Immersive leitet und derzeit einen Bericht über VR für das Institute of Engineering and Technology verfasst, sagte, ihr Team habe viele der Erfahrungen in VR als »lustig und surreal« empfunden, während andere Erlebnisse »ziemlich traumatisierend und verstörend« gewesen seien.
Allen beschrieb einen Vorfall, bei dem sie in einer von Meta betriebenen App auf ein siebenjähriges Mädchen traf.
»Eine Gruppe von Männern umringte die beiden und scherzte darüber, sie zu vergewaltigen. Frau Allen sagte, sie habe zwischen die Männer und das Kind treten müssen, um es zu schützen«, berichtete die BBC.
»Ich hätte das nicht tun sollen, aber das liegt daran, dass es keine Moderation gibt, oder anscheinend sehr wenig Moderation«, sagte Allen.
Die National Society for the Prevention of Cruelty to Children (Nationale Gesellschaft zur Verhütung von Grausamkeiten an Kindern) reagierte auf die BBC-Untersuchung und erklärte, sie sei »schockiert und wütend« über die Ergebnisse.
»Kinder werden völlig unangemessenen, wirklich unglaublich schädlichen Erfahrungen ausgesetzt«, sagte Andy Burrows, Leiter der Online-Kindersicherheitspolitik.


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