Ein Leben im Luxus auf Staatskosten

Medicaid-Millionärin_ Luxusleben auf Kosten der Steuerzahler

Eine Frau aus Louisiana soll mit einem Lamborghini und Millionenumsätzen vom Gesundheitssystem profitiert haben – und steht nun wegen Betrugs vor Gericht.

In den USA sorgt derzeit ein aufsehenerregender Fall für Schlagzeilen: Eine 35-jährige Frau aus Louisiana, Candace Taylor, wurde verhaftet, weil sie angeblich über Jahre hinweg falsche Angaben machte, um sich staatliche Gesundheitsleistungen zu erschleichen. Während sie offiziell kaum Einkommen meldete und Leistungen aus dem Medicaid-Programm bezog, führte sie tatsächlich ein Luxusleben und erwirtschaftete mit mehreren Unternehmen Millionenumsätze, wie ZeroHedge berichtet.

Ein Leben im Luxus auf Staatskosten

Laut den Ermittlungen des Louisiana Bureau of Investigation begann Taylor 2019 mit ihren betrügerischen Anträgen. Unter dem falschen Namen »Candace Sailor« beantragte sie Medicaid-Leistungen. Obwohl der erste Antrag wegen zu hoher Einkünfte abgelehnt wurde, gelang ihr im darauffolgenden Jahr ein zweiter Versuch – erneut unter falscher Identität, diesmal mit dem Erfolg, ins Programm aufgenommen zu werden.

Während sie offiziell weniger als 4.000 US-Dollar Einkommen pro Monat angab, kaufte sie teure Autos, Schmuck und ließ sich sogar Schönheitsoperationen finanzieren. Besonders ins Auge sticht der Kauf eines Lamborghini Urus, für den sie 13.000 Dollar als Anzahlung leistete. Insgesamt sollen ihre Ausgaben für Luxusfahrzeuge bei über 145.000 Dollar gelegen haben. Auf sozialen Medien präsentierte sie ihren Lebensstil ungeniert.

Millioneneinnahmen durch eigene Firmen

Die Ermittler gehen davon aus, dass Taylors Unternehmen von 2020 bis 2024 Einnahmen in Höhe von 9,5 Millionen US-Dollar generierten. Allein im Jahr 2020 stiegen ihre Bankguthaben um fast eine halbe Million Dollar, obwohl sie gegenüber den Behörden kein Einkommen deklarierte.

Der Kontrast könnte kaum größer sein: Während sie staatliche Hilfe für Bedürftige beanspruchte, baute sie gleichzeitig ein florierendes Geschäftsimperium auf – und nutzte die Gelder der Steuerzahler offenbar, um ihren luxuriösen Lebensstil zu ergänzen.

Ein Tropfen im Ozean milliardenschwerer Fehlzahlungen

So spektakulär der Fall auch wirkt, er ist nur ein winziger Ausschnitt eines viel größeren Problems. Nach Angaben des Centers for Medicare & Medicaid Services belaufen sich die Fehlzahlungen im Gesundheitswesen allein in den vergangenen zehn Jahren auf eine Billion US-Dollar.

In Louisiana zeigte ein Audit zudem, dass in den Jahren 2023 und 2024 rund 103 Millionen Dollar an Personen gezahlt wurden, die überhaupt nicht im Bundesstaat lebten. Zwischen 2019 und 2021 sollen über 4,3 Milliarden Dollar an Patienten geflossen sein, die eigentlich bereits anderweitig versichert waren.

Symbol eines tiefen Systemproblems

Der Fall Candace Taylor ist spektakulär, weil er auf groteske Weise vor Augen führt, wie großzügig staatliche Sozialprogramme ausgenutzt werden können. Doch er steht zugleich für ein tieferes strukturelles Problem: ein System, das in Milliardenhöhe fehleranfällig ist – und in dem Betrug oft erst auffällt, wenn die Fälle extrem werden. Leidtragende sind letztlich die Steuerzahler und jene Menschen, die tatsächlich auf Unterstützung angewiesen sind.

Sven von Storch

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