Atheisten und Kirchenfeinde haben keinen Platz in kirchlichen Gremien

Kardinal Pell_ Deutsche Synode folgt schweren Irrlehren

Einige gläubige deutsche Katholiken sprechen bereits, nicht vom synodalen Weg, sondern vom »selbstmörderischen Weg.«

Der australische Kardinal George Pell verurteilte den deutschen Synodalweg in einem Meinungsartikel im National Catholic Register am Mittwoch und sagte, dass er »katastrophal« begonnen habe und »ernste Irrlehren« zulasse.

In dem Artikel reflektierte Pell über das Dokument Gaudium et Spes des Zweiten Vatikanischen Konzils und argumentierte, dass der Synodalweg in Deutschland den Aufruf des Dokuments, »die Zeichen der Zeit zu erkennen«, falsch darstellt.

»Die Auseinandersetzung mit der Moderne ist ein Anfang, aber die Zeichen sind oft böse und kein Beweis für Gottes Vorsehung«, schrieb Pell.

»Der synodale Prozess hat in Deutschland katastrophal begonnen, und es wird noch schlimmer werden, wenn wir nicht bald wirksame päpstliche Korrekturen z.B. zur christlichen Sexualmoral, zu Frauenpriestern usw. bekommen«, fügte der Kardinal hinzu und bezog sich dabei auf die Tatsache, dass die deutschen Bischöfe bei der vierten Versammlung der Synode mehrheitlich für Dokumente gestimmt haben, die eine Änderung der kirchlichen Lehre zur Homosexualität und zur Frauenordination zum Ziel haben.

Weiter schrieb Pell: »Schwere Irrlehren ungestört fortbestehen zu lassen, untergräbt und beschädigt die Einheit der einen, wahren Kirche und steht wiederum nicht im Einklang mit dem Aufruf von Gaudium et Spes, sich im ‚Licht des Evangeliums‘ mit der modernen Welt auseinanderzusetzen, sondern im Widerspruch dazu.«

»Jede Synode muss eine katholische Synode sein, die an die apostolische Tradition gebunden ist, so wie es auch die Konzilien sind«, betonte er und fügte hinzu: »Es darf keinen Pluralismus in wichtigen Glaubens- und Sittenlehren geben. Unsere Einheit ist nicht wie die einer losen anglikanischen Föderation oder die der vielen nationalen orthodoxen Kirchen.«

»Einige gläubige deutsche Katholiken sprechen bereits, nicht vom synodalen Weg, sondern vom selbstmörderischen Weg. Wir müssen darauf hinarbeiten und beten, dass sie sich irren und dass es nirgendwo in der Kirche der modernen Welt zu einer solchen Katastrophe kommt.«

In dem Essay äußerte sich Pell auch recht kritisch über die »Synode zur Synodalität« im Allgemeinen und bemängelte vor allem die Häufigkeit der Synoden und die Frage, wer an ihnen teilnehmen dürfe.

Der Kardinal erklärte, so wie ökumenische Konzile »nicht zu häufig abgehalten wurden«, sollten auch »Synoden nicht zu häufig stattfinden und in Konkurrenz zu Gebet, Anbetung und Gottesdienst treten.«

 »Wir finden in der katholischen Geschichte keine Präzedenzfälle für die aktive Teilnahme von Ex-Katholiken und Anti-Katholiken in solchen Gremien«, schrieb Pell und bezog sich dabei auf die Vorbereitungsdokumente der Synode zur Synodalität, in denen es heißt, dass auch die Ansichten von Ex-Katholiken und Nicht-Katholiken im synodalen Prozess berücksichtigt werden sollten.

»Nur die Konzilsväter, fast ausschließlich Bischöfe, konnten beim Zweiten Vatikanischen Konzil abstimmen, und die Beobachter waren alle Christen«, fügte der Kardinal hinzu. »Papst Paul VI. respektierte die Autorität und Unabhängigkeit der Konzilsväter und griff nur selten ein, während sie mühsam ihre Dokumente erarbeiteten, einen Konsens herstellten und dabei das Lehramt und die Tradition voll respektierten.«

Pell lobte zwar Paul VI. und die Konzilsväter, räumte aber ein, dass sich die Kirche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil in einer Krise befinde: »Trotz all dieser Sorgfalt und Gelehrsamkeit und größtenteils aus Gründen, die außerhalb der Kontrolle der Kirche liegen, ist die nachkonziliare Geschichte keine glorreiche Erfolgsgeschichte gewesen.«

Sven von Storch

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