»Selbsthass« und »sanitokratischen Notfallismus« zerstört die westliche Kultur

Im Namen der Biosicherheit werden alle Freiheiten geopfert

Globalismus zerstört den Westen: wie Krankheitspanik und Ökoreligion instrumentalisiert werden

In einem markanten Interview kritisiert der italienische Historiker Eugenio Capozzi (Autor von »Politisch korrekt – Geschichte einer Ideologie«) die derzeitige politische Aushebelung der westlichen Werte, die Corona-Politik mit ihrem Schwindel und ein »ökologisches Heidentum«, das den Untergang des Westens beschleunigt. Er nennt dies einen »sanitokratischen Notfallismus«:

»Im ‚sanitokratischen Notfallismus‘ geht der Relativismus der dekadenten westlichen Kultur vom Kult der subjektiven Wünsche zur Reduktion des Menschen auf das, was Agamben das ‚nackte Leben‘ nennt: Im Namen der ‚Biosicherheit‘ kann bzw. muss man alle Freiheit aufgeben, weil der Mensch keine Würde mehr als solcher hat, sondern auf ein ‚zoologisches‘ Wesen reduziert wird. Es ist die Tendenz einer immer älter und skeptischer werdenden, nur noch an irdischen Gütern hängenden Gesellschaft, sich fatalerweise in sich selbst zurückzuziehen und in der Sklaverei der Angst zu leben, weil es in ihr keine gemeinsame Vorstellung mehr vom Leben, von seinem Sinn, von seiner Würde gibt und deshalb nicht einmal ein ausgewogenes Verhältnis von Leben und Tod postuliert werden kann.«

Eine weitere Ursache sei das »ökologische Heidentum«, das sich im Westen entwickelt hat und nun den Menschen abzuschaffen sucht:

»Der Umweltgedanke entstammt der romantischen, aristokratischen und bürgerlichen Kultur Europas und der angelsächsischen Welt. Ursprünglich handelt es sich um eine Form des konservativen Traditionalismus, der auf der Idee basiert, die kulturelle Identität zu bewahren. Mit der ideologischen Mutation der 1960er-Jahre wurde im Westen eine neue Form des Umweltbewusstseins geboren, die auf der Idee beruht, dass die Umwelt vor dem Eingriff und der Ausbeutung durch den Menschen gerettet werden muss.«

»Daraus entwickelte sich dann die völlig relativistische Auffassung,« so Capozzi, »wonach der Mensch nicht mehr das Zentrum des Universums ist und auch keine notwendige Funktion darin ausübt, sondern ein ‚Gast‘ im ‚Ökosystem‘ ist, der mehr Schaden als Nutzen verursacht. Der ‚Planet‘, die ‚Erde‘ wird, anstelle der Hierarchien des christlichen Kreationismus, zu einer anzubetenden Gottheit, zu einem großen Lebewesen, dessen Bestandteile alle gleichwertig sind, und es gibt keine Vorherrschaft des rationalen Lebewesens mehr. Diese tiefgreifende Abwertung der menschlichen Natur, diese Reduktion auf eine beiläufige Präsenz, trifft sich mit dem Relativismus, der im Menschen nur ein Bündel von Trieben und Wünschen sieht, die nun als solche mit subjektiven Rechten identifiziert werden, weil Rechte nicht mehr mit einem Subjekt verbunden sind, das seine Würde aus der Tatsache bezieht, von Gott nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen worden zu sein.«

Und schließlich nennt Capozzi auch die Ursache des Problems:

»Als das vom christlichen Rationalismus definierte Menschenbild, durchdrungen vom griechisch-römischen und jüdischen Erbe, die große europäische Expansion in der Welt hervorbrachte, die wir Moderne nennen. Insbesondere die spektakulären Erfolge der wissenschaftlichen Revolution und der modernen europäischen Staaten brachten ein gnostisches Echo in den Humanismus ein, das sich in einen ‚faustischen‘ Hyperhumanismus übersetzte, der von der Überzeugung eines unbegrenzten praktischen Leistungspotenzials beseelt war: Szientismus, Machtkult und Biomacht sind die Ergebnisse dieser genetischen Mutation.«

Das vollständige Interview findet man hier.

 

 

Sven von Storch

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