In Mexiko ist es zu einem beispiellosen Schlag gegen die Korruption im Staatsapparat gekommen. In der Kleinstadt Cintalapa im Bundesstaat Chiapas nahmen Militär und Bundesbehörden die gesamte Polizeitruppe von 59 Beamten fest – darunter auch den Polizeichef. Der Vorwurf: Zusammenarbeit mit einem regionalen Drogenkartell, so berichtet Breitbart.
Schmuggel von Marihuana und Methamphetaminen
Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft von Chiapas sollen die Polizisten für das sogenannte »Chiapas-Guatemala-Kartell« gearbeitet haben. Diese Gruppierung ist aus Abspaltungen des berüchtigten »Cartel Jalisco Nueva Generación« hervorgegangen und spezialisiert sich auf den Schmuggel von Marihuana und Methamphetaminen.
Blutige Machtkämpfe
Die Bande führt derzeit einen blutigen Machtkampf mit Teilen des Sinaloa-Kartells um die Kontrolle der Schmuggelrouten an der Südgrenze Mexikos. Gerade in Chiapas, wo die Grenze zu Guatemala offen und kaum gesichert ist, floriert der Drogen- und Menschenhandel.
Die Enthüllungen machen erneut deutlich, dass das Vertrauen in Mexikos Polizei und Behörden schwer erschüttert ist. Statt die Bevölkerung zu schützen, haben sich ganze Einheiten dem organisierten Verbrechen verschrieben. Für die Bürger bedeutet das: Rechtsstaatlichkeit existiert vielerorts nur auf dem Papier.
Ein Staat am Abgrund
Der Fall von Cintalapa ist kein Einzelfall, sondern Symptom einer systemischen Krise. Immer wieder werden Polizeibeamte und Politiker überführt, in den Dienst der Kartelle getreten zu sein. Der mexikanische Staat droht in weiten Regionen die Kontrolle vollends zu verlieren.
Dass gleich eine gesamte Polizeitruppe verhaftet werden musste, zeigt das Ausmaß der Infiltration durch das organisierte Verbrechen. Solche Entwicklungen haben nicht nur lokale Bedeutung, sondern betreffen auch die USA und Europa, da die Kartelle ihre Drogenmärkte weit über Lateinamerika hinaus bedienen.


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