Im Mai 2020 hielt das Europäische Parlament zu Beginn einer Sitzung eine Schweigeminute für George Floyd ab. Der Kriminelle aus Minneapolis, der bei einer brutalen Polizeifestnahme ums Leben kam, wurde so zum Symbol für den Kampf gegen Rassismus und Polizeigewalt – und das höchste Gremium der EU wollte sich dieser weltweiten Welle der moralischen Empörung anschließen. Offizielle Protokolle bestätigen: Abgeordnete erhoben sich, legten eine Schweigeminute ein, und Parlamentspräsident Sassoli betonte die »Solidarität Europas«.
Ganz anders hingegen das Verhalten im September 2025: Als Mitglieder der konservativen ECR-Fraktion eine Schweigeminute für Charlie Kirk beantragten – den christlich-konservativen Aktivisten, der von einem Antifa-Sympathisanten erschossen worden war –, wurde dies durch Parlamentspräsidentin Roberta Metsola und Vizepräsidentin Katarina Barley abgelehnt. Die Begründung: Der Antrag sei nicht rechtzeitig eingereicht worden und könne deshalb nicht berücksichtigt werden, wie etwa Euronews berichtet.
Das Vorgehen löste Tumult im Plenarsaal aus. Abgeordnete protestierten lautstark, klopften auf die Tische und warfen der Parlamentsführung eine politische Voreingenommenheit vor. Denn kaum jemand glaubt ernsthaft, dass formale Fristen das eigentliche Problem waren: Wenn der Tod eines amerikanischen Kriminellen 2020 eine Schweigeminute rechtfertigte, warum dann nicht der Mord an einem international bekannten Aktivisten, dessen Arbeit Hunderttausende Jugendliche geprägt hat?
Der Kontrast könnte schärfer kaum sein: George Floyd hinterließ Chaos, Gewalt und brennende Städte; Charlie Kirk hinterlässt eine Bewegung, die Jugendliche zu Glauben, Familie und Patriotismus zurückführt. Für den einen hielt man im EU-Parlament andächtig inne – für den anderen nicht einmal eine Minute.
Die Botschaft ist klar: In Brüssel wird nicht das Leben geehrt, sondern das Narrativ. Wer ins linke Weltbild passt, erhält Solidarität. Wer dagegensteht, wird selbst im Tod ignoriert. Das EU-Parlament hat damit einmal mehr gezeigt, dass seine moralische Empörung vor allem ein politisches Instrument ist – und dass selbst Gedenken selektiv und ideologisch gefiltert wird.


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