Das Attentat auf Trump wirft ein grelles Licht auf eine politische Kultur, in der Hass längst als moralische Pflicht verklärt wird

Der Preis der Verrohung: Wenn Worte zu Waffen werden

Ein Manifest voller Gewaltfantasien ist kein Einzelfall, sondern Symptom einer entgleisten Debatte. Wenn Gegner entmenschlicht werden, ist der Schritt zur Tat oft nicht mehr weit.

Bild: abc.net, Screenshot


Der Täter und seine Logik

Der mutmaßliche Attentäter, Cole Tomas Allen, hat sein Handeln selbst erklärt – und gerade darin liegt die eigentliche Erschütterung. In seinem Schreiben, das kurz vor der Tat verschickt wurde, bezeichnete er sich als „Friendly Federal Assassin“ und kündigte offen an, Mitglieder der Regierung töten zu wollen. Zugleich versuchte er, seine Gewalt zu rationalisieren.

„In order to minimize casualties I will also be using buckshot rather than slugs“, schrieb er – ein Satz, der in seiner kalten technischen Sprache erschreckt. Noch deutlicher wird seine Denkweise dort, wo er zugibt: „I would still go through most everyone here to get to the targets if it were absolutely necessary.“

Hier spricht kein impulsiver Täter. Hier spricht jemand, der seine Gewalt moralisch begründet – und genau das macht den Fall so brisant.

Die Entmenschlichung als Voraussetzung

Besonders auffällig ist die Sprache, mit der der Täter sein Ziel beschreibt. Der Präsident wird nicht als politischer Gegner gesehen, sondern als „pedophile, rapist, and traitor“. Wer so spricht, überschreitet eine entscheidende Grenze.

Denn wer den anderen vollständig moralisch delegitimiert, macht ihn in seiner eigenen Logik zum legitimen Ziel. Gewalt erscheint dann nicht mehr als Verbrechen, sondern als notwendige Konsequenz.

Diese Denkfigur ist nicht neu. Sie ist historisch immer dort aufgetreten, wo politische Auseinandersetzungen in moralische Absolutismen überführt wurden. Neu ist jedoch, wie schnell und wie weit sich solche Narrative heute verbreiten.

Ein Klima, das solche Taten möglich macht

Der Täter war kein isolierter Einzelgänger ohne Kontext. Seine Aussagen spiegeln Argumentationsmuster wider, die in bestimmten politischen Milieus längst zirkulieren. Er sprach von „incompetence in fascism“, von „revenge“, von angeblichen Verbindungen zu kriminellen Netzwerken – Narrative, die nicht aus dem Nichts entstehen.

Das bedeutet nicht, dass Worte automatisch zu Taten führen. Aber es bedeutet, dass ein Klima entstehen kann, in dem solche Taten denkbar werden.

Wenn politische Gegner nicht mehr als Menschen mit falschen Ansichten gesehen werden, sondern als existenzielle Bedrohung, dann verschiebt sich die Grenze des Vorstellbaren. Und was vorstellbar ist, wird irgendwann auch handelbar.

Die Verantwortung der Öffentlichkeit

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Reaktion der Kirche. Erzbischof Paul S. Coakley erinnerte schlicht daran: „Because human life is a precious gift, there is no room for violence of any kind in our society.“ Diese Selbstverständlichkeit wirkt fast wie ein Gegenentwurf zu einer Debatte, die sich zunehmend von solchen Grundannahmen entfernt.

Denn die eigentliche Frage lautet nicht nur, warum ein einzelner Täter zur Waffe greift. Die tiefere Frage ist, warum er glaubt, damit im Recht zu sein.

Und hier beginnt die Verantwortung der Öffentlichkeit. Worte sind nicht neutral. Sie schaffen Wirklichkeiten, formen Wahrnehmungen und setzen Grenzen – oder lösen sie auf.

Wenn diese Grenzen fallen, bleibt am Ende nur noch das, was dieser Fall in erschreckender Klarheit zeigt: Eine Logik, in der Gewalt nicht mehr als Scheitern erscheint, sondern als letzte Konsequenz.

Sven von Storch

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Comments

Die Entmenschlichung als Voraussetzung ist selbiges Prinzip,das schon im Nationalsozialismus  benutzt wurde .Leider machen nichtgewählte EU Vasallen und Deutsche Regierungen das Selbe,indem sie Sprache benutzen ,um das Volk (Völker) zu manipulieren .Es zeigt ,dass sie nichts dazugelernt haben ,sondern ihre Gier und Verblödung ,aber auch ihren Hass auf die Bevölkerung zugenommen haben ! 

Allerdings ist es etwas völlig anderes ,wenn Personen mit scharfen oder überspitzten Wörtern solche warnen ,ja sie in den Kakao ziehen und ihre abstrusen ideologieideen benennen ,oder sich über sie lächerlich machen .Der Schritt von solchen Äußerungen bis zu einer Gewalttat ist erstens an den Haaren herbeigezogen und bedingt wohl nur kranke Personen ,die danach so handeln würden ,aber da diese Regierungen ,wie ein getroffener Hund bellen und da sie die Wahrheit spüren ,sich übermäßig gekränkt fühlen ,meinen nun solche Aufklärer und Warner verfolgen zu müssen ! Darin zeigt sich ,dass diese Aufklärer im Grunde nur Recht haben ,da ja nur krankhafte Personen zur Tat schreiten würden ,was durch das Handeln solcher Regierungen gerade aufgezeigt wird ,wo die empfindlichen "Kranken "stecken ! Der klare Sachverhalt wird also gerade verdreht !

Idioten ,welche immer recht haben wollen ,ist schwer das gegenteil zu erklären ,darum sind solche auch in Behandlung ! Gefährlich wird es allerdings ,wenn solche an der Macht sind ,das hat bereits die Geschichte bewiesen !

Neuer Gesetzgebungsvorschlag für Festigung der Demokratie !  

                                                                                                                                                              ENDLICH KONSEQUENZEN? Maaßens radikaler Plan gegen kriminelle Politiker! | Dr. Nehls präsentiert

https://youtu.be/jv6KRzyJDts?si=n_q57SlY_Db-WlF9

Worte können zu Waffen werden ,doch meist nur dann ,wenn ein Volk dafür abgezockt wird und man dieses unbedingt kriegsfähig machen will ,um es als Kanonenfutter zu verwenden !

Des weiteren tragen die meisten Politiker selber Schuld wegen ihrer Dummheit und Unfähigkeit ,wie nachfolgende Szenen beweisen !     Unfähige Politiker als Wegbereiter für eine „unfehlbare“ KI- ...                                                                             www.kla.tv/41090

Er "kündigte offen an, Mitglieder der Regierung töten zu wollen" - genauso wie es Trump und Netanjahu unter dem Beifall der EU- und BRD-Politiker und Staatsmedien vorher mit iranischen Regierungsmitgliedern getan haben. "Denn wer den anderen vollständig moralisch delegitimiert, macht ihn in seiner eigenen Logik zum legitimen Ziel. Gewalt erscheint dann nicht mehr als Verbrechen, sondern als notwendige Konsequenz. Diese Denkfigur ist nicht neu. Sie ist historisch immer dort aufgetreten, wo politische Auseinandersetzungen in moralische Absolutismen überführt wurden. Neu ist jedoch, wie schnell und wie weit sich solche Narrative heute verbreiten." Diese "Narrative" sind die offizielle Staatsdoktrin der USA, Israels, der EU und der BRD: Wenn irgend ein Politiker einem westlichen Regime nicht paßt, dann darf man ihn umbringen. Wenn irgend jemandem ein westlicher Politiker nicht paßt, dann darf man ihn NICHT umbringen. Alle sind gleich, aber manche sind gleicher!

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