Jahrtausende lang waren die Menschheitsgeschicke in große kosmische Epochen unterteilt – das behaupten nicht nur alte Kulturen, sondern auch moderne Okkultisten. Besonders beliebt ist unter letzteren das Konzept des »Wassermannzeitalters«: eine neue Ära, in der die Menschheit, so die Erzählung, spirituell erwacht und individuelle Erleuchtung findet. Doch wie so oft, wenn Eliten von »Befreiung« reden, meint es in Wirklichkeit das Gegenteil: eine globale Ordnung jenseits von Wahrheit, Geschlecht und Gott.
Wie The Vigilant Citizen berichtet, glauben esoterische Vordenker wie Manly P. Hall oder Max Heindel, dass die großen Religionen der Menschheit immer mit den Tierkreiszeichen der jeweiligen Ära verbunden seien. Das Zeitalter des Widders etwa sei mit dem Judentum verbunden gewesen – Symbol: das Widderhorn. Das darauffolgende Fischezeitalter stand im Zeichen des Christentums – Symbol: der Fisch. Und was bringt nun der Wassermann? Flüssigkeit. Auflösung. Undrogynie. Oder, im Klartext: den Angriff auf jede Ordnung, die dem Menschen Orientierung gab.
Das neue Zeitalter ist da, daran lassen Okkultisten wie Aleister Crowley keinen Zweifel. Er feierte das Jahr 1904 als Beginn des sogenannten »Äons des Horus« – ein Kindheitsstadium der Menschheit, in dem alte religiöse Autoritäten verschwinden und jeder seine eigene »göttliche Bestimmung« finden soll. Statt 10 Geboten gilt nun: »Tu, was du willst.« Eine Maxime, die nicht nur die Zerstörung der Moral legitimiert, sondern deren Urheber sich selbst »das große Tier 666« nannte – ein direkter Verweis auf den Antichristen aus der Offenbarung.
Was Crowley als »spirituelle Emanzipation« beschrieb, ist in Wahrheit die Infantilisierung einer ganzen Zivilisation. In seinen Worten: »Wir sind Kinder.« Wir konsumieren, spielen, glauben an Fortschritt, während wir von Diktaturen, Perversionen und globalem Chaos überrannt werden. Religion wird sentimentalisiert, Gut und Böse relativiert, und der Mensch selbst zum Gott erhoben – ein Szenario, das die Bibel im Zusammenhang mit dem Ende der Zeiten beschreibt.
Es sind nicht nur obskure Okkultisten, die dieses Szenario skizzieren. Auch Psychologen wie Carl Jung sahen in der Wassermann-Ära eine dunkle Periode, in der das Böse nicht mehr als Abwesenheit des Guten verstanden wird, sondern als reale, aktive Kraft. Für Jung ist das Zeitalter des Wassermanns der Nährboden für das Erscheinen des Antichristen – genau jenes »Gegenbild« zu Christus, das Crowley offen anbetete.
Dass all diese Tendenzen – Gender-Ideologie, moralische Auflösung, Globalismus, Esoterik – nun zeitgleich auf die Menschheit einwirken, ist kein Zufall. Es ist der große Umbau der Welt. Und während Christen zur Anpassung an die »neuen Ideale« gedrängt werden, zeigt sich immer klarer: Wer an der Wahrheit festhält, wird im Wassermann-Zeitalter als »Heide« gebrandmarkt.
Die Wassermassen des neuen Glaubenssystems rollen bereits über uns hinweg. Die Frage ist nur: Wird der Mensch sich retten lassen – oder in seinem Größenwahn untergehen?


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